Im alten Ring-Kino wurde es am Donnerstagabend leise und nachdenklich. In der Reihe "Klein & Kunst zu Gast in der Sünde" war die Berliner Sängerin, Produzentin und bildende Künstlerin Judith Ahrends zu Gast. Veranstaltet wurde der Abend von der Weidener Kulturbühne. Die Besucher bekamen eine besondere Mischung aus Konzert und Kunstinstallation geboten.
Ahrends stellte im ersten Set ihr Konzeptalbum "Orte" vor. Die Idee dahinter war eine musikalische Zeitreise durch ihr Leben. Jeder Song steht für einen Platz, an dem sie längere Zeit verbracht hat. Und genau auf diese Reise nahm sie auch das Publikum im Ring-Kino mit.
Ein Dorf ihrer Kindheit
Los ging es mit dem Song "Hollenstedt", einem Lied über das Dorf ihrer Kindheit. Es klang wie die anderen Stücke verspielt, leicht, fast ein bisschen verträumt. Später führte die musikalische Route über Kleinmachnow, Seattle, Hannover und Berlin bis nach Luckenwalde. Orte, die Erinnerungen tragen und die sich in ihren Liedern wiederfinden.
Die Künstlerin saß am E-Piano, sang mit ruhiger, eher leiser Stimme und ließ elektronische Klänge in ihre Songs einfließen. Stücke wie "Here", "Berlin" oder "Kämmerlein" wirkten dabei fast wie kleine Klangbilder. Das passte gut zum Konzept des Abends: Hinter und neben der Bühne waren auch Nachdrucke ihrer Acrylbilder zu sehen, die Tiere zeigten. Was kein Zufall war, wie sie erzählte. Sie sei neben einem Kuhstall aufgewachsen und habe dort viel Zeit verbracht.
Aufgeregt vor Publikum
Zu Beginn zeigte sich Ahrends noch etwas schüchtern. "Ich bin jedes Mal aufgeregt, wenn ich vor Publikum spiele", gestand sie lächelnd. Doch je länger der Abend dauerte, desto mehr nahm ihre musikalische Reise Fahrt auf. Im zweiten Teil präsentierte sie dann weitere Stücke aus einem neuen Album, das noch entsteht. Musik, Bilder und Erinnerungen verschmolzen dabei zu einem stimmungsvollen Gesamterlebnis. Ganz im Sinne der kleinen, feinen Kulturreihe.
Auch der Vorsitzende der Kulturbühne, Hans‑Jürgen Gmeiner, nutzte den Abend kurz, um für seine Bühne zu werben. Sein Tipp für Theaterneulinge: Einfach mal mit dem Kulturbus zu einer Bühne in der Region fahren. Mehr als eine Stunde sei keine entfernt. Vielleicht finde der eine oder andere Gefallen am Sprechtheater.
Fledermaus auf der Bühne
Eine kleine tierische Überraschung gab es an diesem Abend übrigens auch: Eine Fledermaus hatte sich in einen der Schaukästen hinter der Künstlerin verirrt und passte damit fast schon ins Bühnenbild. Die Berlinerin setzte mit ihrem Konzert den Schlusspunkt hinter die "Klein & Kunst"-Saison mit jeweils drei Sängerinnen und Sängern. Für die Fortsetzung versprach Stefan Voit auch mal ein Doppel.









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