07.11.2019 - 16:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jugend setzt auf eine andere Kultur

Jugendkulturarbeit setzt andere Schwerpunkte als sozusagen "normale" Kulturarbeit. Denn: "Die Jugend hat ganz andere Vorstellungen und Wünsche", betont Stadtjugendring-Chef Florian Vogel.

von Jutta Porsche Kontakt Profil

In Sachen Musik sei Klassik zum Beispiel kaum gefragt, führt Florian Vogel am Mittwoch im Kulturbeirat aus. Rap, Trash Metal und Reggae sind bei den Veranstaltungen im Jugendzentrum am beliebtesten.

Bei den Theaterprojekten, die der Stadtjugendring (SJR) für und mit Schulen organisiert, handelt es sich unter anderem um Präventionstheater. In der jüngsten Aufführung wurde das Thema Depression aufgegriffen. Aber auch Integrations- und Inklusionstheater steht im Jugendzentrum auf dem Programm. Der SJR kooperiert außerdem mit dem Landestheater Oberpfalz.

Der JuZ-Club, eine Tanzveranstaltung für Menschen mit und ohne Behinderung, "kommt sehr gut an", betont Vogel. Zu den monatlichen Veranstaltungen reisen inzwischen Teilnehmer aus der ganzen Oberpfalz an. "Unglaubliche Nachfrage" stellt der SJR-Vorsitzende außerdem bei der Förderung von Nachwuchsbands fest. Dabei nimmt der Stadtjugendring den jungen Musikern hier nicht alles ab, sondern wird unterstützend tätig.

Aktuell haben die Jungs im Jugendzentrum klar die Überhand. Sie stellen drei Viertel der Besucher, die Mädchen nur ein Viertel. Deshalb organisieren die Sozialarbeiter unter anderem Mädchen-Flohmärkte, auf denen die Jugendlichen Kleidung, Deko oder anderes Selbstgebasteltes anbieten oder erwerben können. "Das wird gut angenommen." Ein Riesenerfolg ist außerdem der alljährliche "Dance your Style Contest", sagt Vogel. "Dazu reisen weit über hundert Tänzer aus ganz Deutschland an."

"Ihr macht's da eine super Arbeit", lobt Bürgermeister Lothar Höher die JuZ-Mitarbeiter. Ob es denn auch Angebote gibt, dass Jungs stricken lernen können und Mädchen den Umgang mit Maschinen, will SPD-Stradträtin Sema Tasali-Stoll wissen. Nur ab und zu mal, räumt Vogel ein. Höher kann sich dafür nicht erwärmen.

Einen Rückblick auf das Europa-Projekt "Europe pour les citoyens", zu dem im Oktober Delegationen aus Weiden und Macerata nach Issy-les-Moulineaux reisten, gaben Sebastian Schott vom Kulturamt und Mathilde Barbotin. Die Französin aus der Partnerstadt Issy-les-Moulineaux leistet seit September Freiwilligendienst im Weidener Kulturamt und ist unter anderem im Arbeitskreis Asyl und an der Hans-und-Sophie-Scholl-Realschule im Einsatz.

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