08.10.2019 - 16:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jugendliche offenbaren Träume und Ängste

Die Weidener können ihren Jugendlichen "durchs Schlüsselloch schauen" – und dabei erfahren, was sie bewegt. Bis 2021 zaubert das "Magische Projekt" damit eine besondere Veranstaltungsreihe in die Kulturlandschaft.

Für die Auftakt-Ausstellung am 25. Oktober arbeiten die Schüler an der FOS/BOS an zwei mal zwei Meter großen Gemälden.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Anders als trocken kann das Wetter am Freitag, 25. Oktober, gar nicht werden, denn einen Plan B gibt es nicht: Mit einer Kunstaktion unter freiem Himmel startet der Verein "Das magische Projekt" eine Aktionsreihe, die bis 2021 dauert. Deren Titel: "Durchs Schlüsselloch geschaut – Wer bin ich? Was kann ich? Was macht mich aus?" Antworten liefern – auf vielfältige Art und Weise – Jugendliche aus fünf Weidener Schulen. Der Bayerische Jugendring erkennt eine "herausragende Idee" und fördert das Unterfangen mit 30.000 Euro. "Die stehen voll dahinter", freut sich Julia Zimmermann, Vorsitzende des "magischen Projekts". 90 Prozent der Kosten sind damit gedeckt.

Den Auftakt macht – auch als Programmpunkt von "Kunstgenuss bis Mitternacht" am 25. Oktober – die FOS/BOS. Angeleitet von den Kunstlehrern Silke Winkler und Jochen Lüftl, arbeiten die Schüler seit Schuljahresanfang an zwölf großformatigen Gemälden zum "Schlüsselloch"-Thema. Präsentiert werden die Bilder auf der Skate-Anlage. Wetterfest sind sie nicht. Der Schutz durch Pavillons muss jedoch ausreichen, eine Ausweichmöglichkeit gibt es nicht. Julia Zimmermann: "Die Gemälde messen zwei mal zwei Meter. Die bekommen wir nicht ins Jugendzentrum." Alle Besucher dürfen für ihre Lieblingswerke stimmen. Die drei Favoriten prämiert das "magische Projekt" nach den Herbstferien. DJ Ketiga legt auf, während andere Künstler Flächen beim Juz mit Graffiti verzieren.

Es folgen "unterschiedlichste Angebote zum Thema Identitätsfindung, Zukunftsträume, Zukunftsängste", laut Zimmermann könnten auch laufend welche dazukommen. Bereits fix ist ein schulübergreifendes Theaterprojekt von Max-Reger- und Pestalozzi-Mittelschule. An der FOS/BOS leitet Poetry-Slammerin Marion Fuchs Jugendliche dazu an, Texte zum Thema zu verfassen. Bei einer Abschlussveranstaltung sollen sie der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Wirtschaftsschule beteiligt sich mit Kunstprojekten. Zudem kündigt Julia Zimmermann zwei CDs mit Texten von Künstlern aus Reihen von Jugendzentrum und Magischem Projekt an. Wer mitmachen will, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, kann dienstags von 17 bis 19 Uhr und freitags von 16 und 18 Uhr ins Jugendzentrum kommen.

Zum Finale der Aktionsreihe im Jahr 2021 dürfen die Weidener ihren Jugendlichen nochmal ganz intensiv durchs Schlüsselloch schauen. Buchstäblich. Die JOA-Klasse ("Jugendliche ohne Arbeit") der Europa-Berufsschule werkelt dazu bereits in diesem Jahr an verschiedenen Hütten, die für die Präsentation an einem öffentlichen Platz benötigt werden. Was die Interessierten beim Blick durchs Schlüsselloch sehen werden, will die Initiatorin noch nicht verraten. Dafür erklärt sie, was hinter dem Projekt steckt: "Wir möchten unterschiedliche Wege und Methoden der Jugendarbeit nutzen, um den jungen Menschen in Weiden zu zeigen, was in ihnen steckt. Und wir möchten den jungen Menschen die Möglichkeit geben, uns und allen Interessierten zu zeigen, was in ihnen vorgeht – so dass beide Seiten die Chance haben, ,durchs Schlüsselloch zu schauen‘ und voneinander und für sich zu lernen."

Zehn Jahre "Weiden ist bunt":

Ausstellung zum Jubiläum

Der Verein "Das magische Projekt" beteiligt sich auch an einer Ausstellung zum zehnjährigen Bestehen des Aktionsbündnisses "Weiden ist bunt". "Vielfalt, Toleranz und Demokratie sind auch Themen, die immer wieder in den Zukunftsgedanken junger Menschen vorkommen", erkennt MP-Vorsitzende Julia Zimmermann eine große Schnittmenge zwischen beiden Organisationen. Die jungen Künstler verzieren Sitzbänke mit Eindrücken von den bisherigen Veranstaltungen von "Weiden ist bunt" und Zukunftsvisionen. Alle "Schulen ohne Rassismus" seien dazu aufgerufen, eine eigene Bank zu gestalten. Ausgestellt werden alle Werke im Mai 2020 im Neuen Rathaus. Danach sollen sie dauerhaft Teil des Stadtbilds werden. (rg)

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