24.10.2018 - 12:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jugendprojekt will Haus retten

Parkplatz oder Sanierung. Das sind die Optionen, die ein Jugendverein für das Hinterhofgebäude in der Asylstraße sieht. Er will das Haus kaufen, sanieren und damit bezahlbaren Wohnraum in der Innenstadt von Weiden erhalten. Denn der sei knapp.

Unten Begegnungsstätte, oben bezahlbare Wohnungen: Das sind die Pläne des Hausvereins A11, der aus vielen jungen Menschen besteht, darunter Carolin Schiml (Zweite von rechts). Linken-Landtagskandidat Ali Daniel Zant (Dritter von links) unterstützt das Projekt, denn günstiger Wohnraum in Weiden werde knapp.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Derselben Meinung ist auch Ali Daniel Zant, Landtagsdirektkandidat der Linken, der den Verein A11 besucht. "In den Großstädten ist es ja noch viel schlimmer. Aber auch hier ist es schwer."

Das wisse er aus eigener Erfahrung. Der alleinerziehende Vater zweier Kinder suche gerade selbst nach einer Wohnung und wird nicht fündig. "Entweder die Wohnungen sind runtergekommen und billig oder saniert und zu teuer", bestätigt auch Carolin Schiml vom Verein A11. Das Hinterhofgebäude in der Asylstraße stammt aus den 1930er Jahren. Baurechtlich sei es aufgrund der Lage im Hinterhof nicht möglich, ein neues Haus zu bauen, weiß Schiml. "Bei einem Abriss werden wohl Parkplätze hingebaut", vermutet sie. Stattdessen wollen sie und weitere 14 junge Menschen aus Weiden und Umgebung dauerhaft bezahlbaren und selbstverwalteten Wohnraum in der Asylstraße schaffen. Zusammen mit Zant besichtigen die Vereinsmitglieder das zweigeschossige Haus, eine ehemalige Schreinerei. Im etwa 100 Quadratmeter großen Erdgeschoss wollen sie eine Begegnungsstätte für Vereine und die Nachbarschaft schaffen, im Obergeschoss Wohnungen zu günstigen Mietkonditionen. Sie haben einen Hausverein gegründet und arbeiten eng mit den Mietshäuser-Syndikat zusammen. Auch das Ziel dieser Beteiligungsgesellschaft ist es, Mietshäuser dem Immobilienmarkt zu entziehen und langfristig Wohnraum zu sichern. 131 solcher Projekte gibt es in ganz Deutschland, aber nur vier in Bayern. Das nächstgelegene ist das Projekt "Danz" in Regensburg. "Die meisten der Projekte sind in Großstädten. In der Oberpfalz wäre das einzigartig", sagt Schiml.

Um seine Träume zu verwirklichen, sucht der Verein nach Direktkrediten. "Firmen oder Privatpersonen. Alle, die uns dabei unterstützen wollen, bezahlbaren Wohnraum und Begegnungsstätten zu schaffen, können sich melden", sagt Schiml und fügt an: "Wir nehmen Kredite ab 500 Euro. Kleinvieh macht auch Mist."

Zant unterstützt die Idee. Bezahlbarer Wohnraum fehle in Weiden, das würden nicht nur die obdachlosen Menschen in der Notunterkunft merken, sondern auch Senioren mit kleiner Rente und kinderreiche Familien. "Die Linken fordern den Neubau von 40 000 Sozialwohnungen in Bayern", sagt er. "Das Thema wird uns in 20 Jahren noch begleiten."

In der Küche im Obergeschoß diskutieren die Mitglieder des Hausvereins A11 mit Ali Daniel Zant (links) über ihre Pläne und Träume.
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