25.09.2018 - 16:29 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mit Jugendwahl "Bock auf Demokratie" machen

Rund 500 Schüler proben den Ernstfall und gehen wählen. Nicht wirklich. Aber so, wie es in der Wirklichkeit ablaufen würde. Die Organisatoren versprechen sich viel davon.

Gemeinsam machen sie sich stark für die Demokratie: OB Kurt Seggewiß (links) organisiert gemeinsam mit Theresa Weidhas vom Jugendforum, Florian Graf und Kathi Glaser vom Stadtjugendring und Herbert Schmid (von links) von „Arbeit & Leben“ die ersten Weidener Jugendwahlen.

Sieben Weidener Schulen mit insgesamt 3500 Schülern nehmen daran teil: die drei Gymnasien "Augustinus", "Elly" und "Kepler", die FOS/BOS, die Gustl-Lang-Schule, die Pestalozzi-Schule und die Sophie-Scholl-Realschule. Wahlhelfer, Wahlbescheinigung, Kandidaten und Parteien - alles läuft wie bei einer echten Landtagswahl. Insgesamt 70 Wahlhelfer wurden ausgebildet.

"Mit der Jugendwahl versuchen wir, den jungen Menschen die Angst und Unsicherheit beim Wählen zu nehmen. Damit sind die Schüler gezwungen, sich mit der Wahl zu beschäftigen und werden gleichzeitig an unser politisches System herangeführt", sagt Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Die Schüler werden jedoch nicht gezwungen zu wählen. Sie dürfen sich selbst dafür oder dagegen entscheiden.

"Die Jugendlichen sollen ein Verständnis für Demokratie bekommen. In der Schule lernen sie hauptsächlich den theoretischen Hintergrund. Hier dürfen sie jetzt mal praktisch an die Sache heran", erwähnt Herbert Schmid von "Arbeit & Leben". Die Lehrer der einzelnen Klassen seien schon Feuer und Flamme und dankbar für den praktischen Aufhänger. Bereits seit Anfang des Jahres stehen die Organisatoren in enger Verbindung mit den Schulen. Sie waren auch schon vor Ort, um die Schüler vorzubereiten. Mit Angeboten wie dem "Wahl-I-Mat", der Wahlhelferschulung oder dem Kandidaten-Speed-Dating am Samstag, 29. September, in der Max-Reger-Halle werden die Jugendlichen auf die Wahl am 5. Oktober eingestimmt. Und wie in der Realität werden auch bei der Jugendwahl die Ergebnisse auf einer Wahlparty präsentiert. Sie steigt im Jugendzentrum. Allerdings wird das Resultat nicht auf die einzelnen Schulen heruntergebrochen, sondern allgemein vorgestellt.

Übrigens: Auch die Max-Reger-Schule sowie die Europa-Berufsschule Weiden gehen wählen, allerdings im Rahmen der "Juniorwahl" des Kultusministeriums auf Vorschlag des Kultusministers Bernd Sibler.

An dem seit 1999 bestehenden Projekt nehmen bayernweit rund 637 Schulen teil. Weidens Berufsschule wird mit 15 Klassen und 300 Schülern vertreten sein. Bevor es direkt zur Wahl geht, wird das Parteienspektrum mit dem entsprechenden Wahlprogramm besprochen. Die Ergebnisse, die am 14. Oktober veröffentlicht werden, sollen im Unterricht reflektiert werden.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.