Weiden in der Oberpfalz
26.09.2026 - 14:37 Uhr

Mit Juri-Smirnov-Quartett startet Jazz-Zirkel in Weiden in den Herbst

Spannung lag in der Luft, als der Jazz-Zirkel im gut besuchten "Bistrot Paris" sein Herbstprogramm eröffnete. Nach der Sommerpause war die Vorfreude auf Livemusik spürbar. Das Juri-Smirnov-Quartett sorgte für Begeisterung.

Mit dem Juri-Smirnov-Quartett startete in Weiden der Jazz-Zirkel ins Herbstprogramm. Bild: Helmut Kunz
Mit dem Juri-Smirnov-Quartett startete in Weiden der Jazz-Zirkel ins Herbstprogramm.

Juri Smirnov ist beim Jazz-Zirkel längst kein Unbekannter mehr. Der aus Lettland stammende Multiinstrumentalist gehört inzwischen zum „Urgestein“ der Weidener Jazzszene. Über Jahrzehnte war er in unterschiedlichsten Formationen zu erleben. Am Freitag stand er mit Tenorsaxofon und Flöte im Mittelpunkt des Juri-Smirnov-Quartetts, das im "Bistrot Paris" das Herbstprogramm eröffnete. Bereits seit vielen Jahren ist Smirnov zudem als Dozent beim alljährlichen Sommerseminar des Jazz-Zirkels dabei.

Sein Spiel lebt von perkussiven Motiven, harmonischer Raffinesse und einer ausgeprägten Lust am musikalischen Dialog. Neben eigenen Kompositionen nahm das Quartett auch bekannte Jazzstandards unter die Lupe und gab ihnen eine persönliche Note. Dabei waren die Einflüsse von Smirnovs großen Vorbildern Dexter Gordon, Paul Desmond und Sonny Rollins immer wieder herauszuhören, ohne dass die Musik in bloßer Nachahmung verharrte.

Für atmosphärische Dichte sorgte Jens Magdeburg am Klavier. Sein einfühlsames Spiel bildete einen wirkungsvollen Kontrast zu den energischeren Passagen des Bandleaders. Am Kontrabass legte Winnie Neumann ein solides Fundament, während Uwe Hitschfel am Schlagzeug mit Ausdrucksstärke und musikalischer Vielseitigkeit für den nötigen rhythmischen Antrieb sorgte.

So entwickelte sich im "Bistrot Paris" ein Konzertabend mit vielen Facetten: mal swingend und entspannt, mal kraftvoll, immer getragen von der hörbaren Spielfreude der vier Musiker. Gerade das Zusammenspiel machte den Reiz des Abends aus. Die einzelnen Stimmen blieben erkennbar, fanden aber immer wieder zu einem gemeinsamen, dichten Klangbild zusammen. Das ist eben das Wesen des Jazz. Es war ein hochkarätiger Auftakt des Herbstprogramms.

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