Premiere für die Stadt Weiden: Künstler Gunter Demnig verlegt die ersten Stolpersteine in der Stadt Weiden. Sie erinnern an Holocaustopfer. Der Historiker Dr. Sebastian Schott (Stadtarchiv Weiden) hat eine Liste mit neun weiteren möglichen Standorten erarbeitet. Es handelt sich dabei um die letzten Wohnadressen jüdischer Holocaust-Opfer. Eine davon ist die Sedanstraße 8. Hier lebte Familie Kohner.
Familie Kohner, Sedanstraße 8
Karl (68), gestorben 1943 Theresienstadt
Rosa (62), gestorben in Auschwitz
Siegfried (33), gestorben 1942 in Majdanek
Ernestine (72), gestorben 1944 in Theresienstadt.
Karl Kohner, geboren in Altenstadt bei Vohenstrauß, seine Frau Rosa, und ihr Sohn Siegfried sterben in Lagern der Nazis. Nur Sohn Justin überlebt.
Auch Justin, geboren 1912 in Weiden, war in der Folge der Reichspogromnacht 1938 im KZ Dachau inhaftiert worden. Nach seiner Entlassung flieht er nach Frankreich, wo er zunächst in der Resistance kämpft. Bei der Landung der alliierten Truppen schließt er sich der US-Army an. Justin Kohner kehrt 1945 mit der amerikanischen Armee nach Weiden zurück. Als Offizier der US-Army führt er Vernehmungen von Tätern des Pogroms von 1938 durch. Dabei wird er mehrfach handgreiflich, was die Betroffenen während der Prozesse am Landgericht Weiden nutzen, um ihre Geständnisse zu entwerten. Justin Kohner lässt sich nach dem Krieg in Frankreich nieder.





















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