"War sein Frisör denn vollgedröhnt, dass er ihn so zum Troll geföhnt?" Mit Schüttelreimen wie diesem über Donald Trump, eröffnete Kabarettist Ludwig W. Müller am Samstagabend sein Gastspiel im Kulturbahnhof "Parapluie" und hatte das Publikum vom ersten Moment an auf seiner Seite. Viel Humor, Wiener Schmäh und ein Schuss Selbstironie prägten einen Abend, der immer wieder zwischen feiner Sprachakrobatik und treffsicherer Gesellschaftssatire pendelte.
"Ich mach mich jetzt nicht lustig übers Gendern. Absolut nicht. Aber das mit dem *Innen, das krieg ich nicht so hin", bekannte der gebürtige Innsbrucker augenzwinkernd und setzte nach: "Vor 15 Jahren hätten’s dich wahrscheinlich zum Logopäden g’schickt." Das Publikum quittierte solche Spitzen mit herzhaftem Lachen, nicht zuletzt, weil Müller nie verletzend wird, sondern den Humor aus der Beobachtung schöpft. "Kannst net kocha, scheiß der nix, kaufst dir halt nen Thermomix."
Seit Ende der 1990er-Jahre steht der Tiroler als freier Kabarettist auf den Bühnen im deutschsprachigen Raum. Stationen führten ihn unter anderem zur Lach- und Schießgesellschaft in München, ins Unterhaus Mainz oder ins Theaterhaus Stuttgart. Ausgezeichnet wurde er mit renommierten Preisen wie dem Salzburger Stier und dem Passauer Scharfrichterbeil. Auch im BR war er mehrfach zu sehen, etwa bei "Ottis Schlachthof". Zusätzlich fungierte er auch als Autor für die Grünwald-Show.
Im "Parapluie" spannte Müller einen Bogen vom Wiener Kaffeehaus-Kellner ("Der Grant ist in Wien ein Menschenrecht") bis in die Tiroler Provinz, wo ihn seine Teilzeitarbeit in einer Rechtsanwaltskanzlei mit "sauf- und raufsüchtigen Bergsteigern" konfrontiert. Selbst der Valentinstag geriet ins Visier: "15 Rosen für 15 harmonische Jahre: Das gehört sich einfach, wenn man 20 Jahre verheiratet ist."
Am Ende blieb der Eindruck eines Kabarettisten, der Sprache nicht nur benutzt, sondern genüsslich durchknetet. Das Publikum dankte es ihm mit langanhaltendem Applaus.



















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