25.02.2019 - 19:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kämpfer für die Heimat: Staatsminister a. D. Gustl Lang wäre heute 90 Jahre

Zu Lebzeiten glühten die politischen Drähte. Der frühere bayerische Wirtschaftsminister Dr. h.c. August R. Lang bewegte so manchen Hebel für Projekte in der Oberpfalz - vom Autobahnbau der A 93 bis zur Fachhochschule Weiden-Amberg.

Gustl Lang wäre heute 90 Jahre alt geworden.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

"Freunde, es lebe die Heimat" war ein Spruch, den der gebürtige Eslarner bei einer seiner Geburtstagfeiern prägte. Gustl Lang, wie ihn alle nannten, war ein echter Oberpfälzer mit Herz, und lebte dies auch. Er hat wie kaum ein anderer als Landtagsabgeordneter, CSU-Fraktionsvorsitzender, als Staatsminister und als Bezirksvorsitzender der CSU die Region geprägt. Am 26. Februar 2019 hätte er seinen 90. Geburtstag feiern können.

28 Jahre gehörte Lang dem Bayerischen Landtag an (1970-1998). "Kein anderer hat sich so lange an der Spitze gehalten wie ich", beliebte er stets zu sagen. 1974 wurde er CSU-Fraktionschef. Nicht immer einer Meinung mit dem früheren Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, machte ihn dieser dennoch 1982 zum Justizminister. 1986 übernahm Lang das Innenressort. In diese Zeit fiel unter anderem der Streit um die Wiederaufarbeitungsanlage WAA in Wackersdorf.

Mit Strauß, Streibl und Stoiber diente er unter drei Ministerpräsidenten. 1988 folgte die Ernennung zum Wirtschaftsminister. Insbesondere die Entwicklung der Oberpfalz vom wirtschaftlichen Sorgenkind zum Musterknaben zeigte seine Handschrift. Lang trieb den Autobahnausbau voran, forcierte unter anderem den Schienenverkehr im InterRegio-System mit dem Einsatz des neuen Pendolino und setzte mit der Fachhochschule Weiden-Amberg einen Meilenstein.

Auch Weiden fühlte sich Gustl Lang stets verbunden. Hier eröffnete der studierte Jurist 1959 eine eigene Anwaltskanzlei. Ab 1966 saß er im Stadtrat - 36 Jahre lang bis 2002. Der damalige Oberbürgermeister Hans Schröpf nannte Lang einmal den "Patron der Stadt, der angesichts seiner Leistungen fünf Mal die Ehrenbürgerwürde verdient hätte". 1983 wurde dem Politiker die Ehre zuteil. Man habe sich immer als Partner gesehen, sagt Schröpf damals.

Lang war es immer ein Anliegen, die "Dinge anzupacken". Dafür nutzte der Minister auch seine vielfältigen Kontakte in der Politik und der Wirtschaft. Auch die Öffnung der Grenzen zum ehemaligen Ostblock sah Lang als Chance.

1993 schied Gustl Lang aus dem bayerischen Kabinett aus, 1998 schließlich aus dem Landtag. Danach arbeitete er wieder verstärkt als Anwalt in seiner Kanzlei. Mit Lisl Lang-Haberstumpf hat er zwei Kinder. Seine Frau verstarb vor fünf Jahren.

In Weiden tragen heute die Wirtschaftsschule seinen Namen und der Gustl-Lang-Saal in der Max-Reger-Halle, auch ein Projekt, bei dem der Politiker anschob.

Gustl Lang sei der beste Botschafter für die Oberpfalz gewesen, würdigt der CSU-Kreisverband Weiden seine Verdienste. „Schade, dass er die Entwicklung der OTH nicht mehr miterleben konnte“, sagte Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer gegenüber Oberpfalz-Medien. Lang habe es verstanden, Politik und Wirtschaft an einen Tisch zu bringen. So sei zum Beispiel aus dem Fischessen im Zottbachhaus so manche Idee entstanden. „Gustl Lang hatte ein großes Herz. Sein Erbe wirkt bis heute nach“, so Gollwitzer. Der CSU-Kreisverband wird Lang beim traditionellen Weihnachtsdank im Dezember gedenken.

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