Es ist kein neues Phänomen, sorgt aber immer wieder für große Augen bei den Passanten auf der Allee: Während sich die Blätter der benachbarten Bäume herbstlich rot verfärben und schließlich abfallen, sprießen auf den Ästen der Kastanie gegenüber der Josefskirche grüne Blätter - und sogar Blüten. Bereits seit einigen Jahren verhält sich der Baum antizyklisch.
Aufblühen im Spätsommer - ein Zeichen besonderer Stärke ist das nicht. Eher ein "Hilferuf", wie Thomas Huber von der Stadtgärtnerei informiert: Die Kastanie stehe unter Stress - nicht nur wegen "zu viel Hitze und zu wenig Wasser". Außerdem sei sie von der Kastanienminiermotte befallen: Die Raupen dieser Schmetterlingsart fressen sich in die obere Blattepidermis und verhindern damit die Photosynthese. Als Notreaktion mobilisiere der Baum nochmals alle seine Kräfte, "um eine Frucht hinzubringen", sagt Huber. Ein Gegenmittel gebe es nicht, allerdings scheint der Baum auch nicht abzusterben. Warum andere Kastanien im Stadtgebiet nicht ähnlich reagieren? "Der Baum auf der Allee ist schon besonders exponiert", erklärt der Experte. "Wo alles zugepflastert ist, staut sich die Hitze." Die Blüte dürfte etwa ein bis zwei Wochen anhalten.













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