24.09.2020 - 21:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Keine Sprengbombe: Evakuierung in Weiden abgesagt

Nach langer Vorbereitung ändert sich die Lage schlagartig: Es wird keine Evakuierung in Weiden geben. Die vermutete schwere Fliegerbombe entpuppt sich als weniger brisantes Relikt.

Das Gelände am Wasserwerk. Die hier vermutete Sprengbombe ist keine.
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Im Boden nahe dem Stadtfriedhof steckt nicht die vermutete schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Das wurde bei Sondierungen am Donnerstagnachmittag deutlich, wie die Stadt Weiden mitteilt. Es handele sich um einen Abwurfbehälter für Brandbomben. Diese seien teilweise noch enthalten und würden zeitnah unschädlich gemacht. Dafür müssten aber keine Anwohner ihre Häuser verlassen. Die für das Wochenende geplanten Evakuierungen sind damit abgesagt.

Experten für Kampfmittelerkundung sind am Donnerstag nördlich des Stadtfriedhofs tätig. Sie finden einen Abwurfbehälter für Brandbomben mit Brandsätzen, aber nicht die befürchtete schwere Fliegerbombe.

Die Stadt hat wegen der Entwicklung des Geländes nahe dem Wasserwerk Kampfmittelvorerkundungen durchführen lassen. "Dabei wurde ein möglicher Verdachtspunkt gefunden und näher untersucht", heißt es in einer am Nachmittag verschickten Pressemitteilung aus dem Rathaus. "Der Verdacht hat sich bei der heutigen Öffnung der Fundstelle nicht bestätigt. Im Erdreich hat sich lediglich ein Abwurfbehälter mit Brandsätzen befunden." Die Brandsätze würden nun durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst unschädlich gemacht und entsorgt.

Der Fundort der vermeintlichen Fliegerbombe.

Die bereits bis ins Detail geplante Evakuierung am Sonntag, 27. September, könne deshalb abgesagt werden. Die bereits informierten Anwohner bräuchten den geplanten Evakuierungsbereich am Sonntag nicht zu verlassen. Etwa 800 Einsatzkräfte aus ganz Bayern seien für die Evakuierung einsatzbereit gehalten worden, unter anderem eine Reiterstaffel der Polizei aus Eichstätt. „Ich bin sehr erleichtert über dieses Ergebnis. Ich bedanke mich für die professionelle und fokussierte Vorbereitung der Evakuierung in den letzten Monaten", wird Oberbürgermeister Jens Meyer zitiert. Besonders den betroffenen Bürgern, den Bewohnern des benachbarten BRK-Seniorenheims sowie den Patienten des Klinikums und allen Mitarbeitern aller betroffenen Einrichtungen danke er sehr für deren Verständnis.

Rechtsdezernentin Nicole Hammerl erklärt weiter, sie bedanke sich sehr herzlich bei allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Hilfsorganisationen für deren "außerordentliches Engagement in den vergangenen Wochen". Die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit sei "sehr kollegial" gewesen. "Dadurch waren wir auf den Ernstfall sehr gut vorbereitet.“

Ein Weidener errinnert sich an den Bombenangriff

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