23.09.2019 - 11:59 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kiffer-Kumpel mit Altersproblemen

Wenige Tage können darüber entscheidend sein, ob die Tat mit einem bis fünf Jahren Gefängnis geahndet wird – oder mit einer kleinen Geldstrafe. Im Fall eines Ledigen aus dem westlichen Landkreis Neustadt/WN war das verhängnisvoll

Symbolbild.
von Autor RNSProfil

Der Angeklagte - selbst über 21 - gab Rauschgift an einen Kumpel ab, der wegen zweier Monate noch nicht 18 Jahre war. "Abgabe von Betäubungsmitteln an einen Minderjährigen durch eine Person über 21", lautete die Anklage von Staatsanwaltschaft-Gruppenleiter Marco Heß.

Der Mann hatte im Herbst vergangenen Jahres mindestens neun Mal je eine Konsumeinheit Marihuana an den knapp 18-Jährigen abgegeben. Gewinn hatte er dabei kaum gemacht, da er das "Gras" selbst für zehn Euro pro Gramm gekauft hatte. Er habe durch das gemeinsame Kiffen Freundschaft knüpfen wollen, sagte Rechtsanwältin Martina Fuchs-Andonie. Ihr Mandant sei "nicht der Hellste", habe Schwierigkeiten, Kontakte zu finden und sei deshalb in die Kiffer-Szene geraten, berichtete die Verteidigerin. Seine Minderbegabung sei aus früheren Verfahren bekannt. Der gerade erwachsen Gewordene war als 15-Jähriger durch einen Diebstahl und als 20-Jähriger wegen Drogenbesitzes auffällig geworden.

Staatsanwalt Heß würdigte das Geständnis des Angeklagten und dass der Minderjährige, an den er verkauft hatte, schon drogenerfahren gewesen war. Auch wegen der knapp über- beziehungsweise unterschrittenen Fristen erkannte der Ankläger auf einen minder schweren Fall. Mit eineinhalb Jahren auf Bewährung sei die Tat gesühnt.

Eine bereits begonnene Drogenberatung müsse der Angeklagte fortsetzen. Ein Bewährungshelfer sei ihm zur Seite zu stellen, und als Geldauflage solle er 1800 Euro bezahlen. Mit dem Plädoyer des Staatsanwalts war Fuchs-Andonie "voll einverstanden". Richter Hubert Windisch und die beiden Schöffen sahen es genauso.

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