Wie so viele seiner Kollegen hat Tobias Sonna, Vorsitzender des Weidener Einzelhandelsverbands, am Donnerstag die Pressekonferenz von Ministerpräsident Markus Söder genau verfolgt. In Bayern dürfen Händler mit einer Ladenfläche unter 800 Quadratmetern ab 27. April wieder öffnen. "Ich persönlich begrüße die Lockerungen sehr", zeigt sich Sonna erleichtert. "Das tut gut, vor allem weil viele Händler mit Umsatzeinbußen zu kämpfen haben."
Auch wenn in Bayern die Ladenöffnungen später erfolgen als in anderen Bundesländern, stellt er die Entscheidung nicht infrage. Sie basiere auf Empfehlungen von Medizinern und Virologen, sagt Sonna. "Das Problem ist, dass das Virus nicht greifbar ist. Viele denken, da ist doch gar nichts, doch gerade bei uns in Bayern haben wir immer noch ein großes Gefahrenpotential." Deshalb gehe die Gesundheit vor. Dem Mundschutzgebot steht er aufgeschlossen gegenüber. "Das ist sehr vernünftig. Ich kann es nur empfehlen", sagt er. Die Händler sollten mit gutem Beispiel vorangehen. "Ich habe einen selbstgenähten Mundschutz." Ihm sei es lieber, etwas vorsichtiger zu agieren, als in drei Wochen wieder ganz schließen zu müssen.
Sein Geschäft am Oberern Markt hat eine Fläche von knapp 300 Quadratmetern. Die Vorgabe "ein Kunde pro 20 Quadratmeter" hält er für machbar. "Das lässt sich überwachen", ist er sich sicher. Auch er will vor dem Kassenbereich einen Niesschutz aus Plexiglas anbringen lassen. "Ich hoffe, wir können auf diese Weise Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren", zeigt sich der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands zuversichtlich.
Warum Läden mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern und mehr von den Lockerungen nicht profitieren, kann er allerdings nicht nachvollziehen. "Ob ein Schuhgeschäft, beispielsweise die Herrenabteilung schließen darf, um nur mit dem Damen- und Kindersortiment zu öffnen, kann ich noch nicht sagen", erklärt Sonna zur rechtlichen Lage.
Während für kleinere Händler die Durststrecke bald vorbei ist, können die Mieter im NOC nur ausharren. "Es ist, wie es ist", zeigt sich NOC-Managerin Reinhild Holthaus etwas enttäuscht. Sie könne nicht verstehen, warum Shoppingcenter anders bewertet werden als kleinere Läden und verweist auf das Sicherheitkonzept, das es für das NOC bereits gibt.
Dazu gehören eine Frequenzzählereinrichtung, Sicherheitspersonal, eine Wegeführung, die über Bodenaufkleber gekennzeichnet werden soll, der Verzicht auf alle Sitzgelegenheiten, Desinfektionsmittel und Mund-Nasen-Masken. "Wir könnten vieles besser lösen, als so mancher kleine Laden", ist Holthaus überzeugt. "Ich hoffe, dass es auch für uns eine Möglichkeit gibt, bald in einen Rhythmus zu finden", sagt sie. Zurzeit würde ein Großteil der Gastronomen überlegen, sich dem Lieferservice anzuschließen, den der Lebensmittelmarkt "Nahkauf" bereits anbietet.
"Natürlich werden wir uns immer nach den Verordnungen richten, denn die Gesundheit geht vor", betont die NOC-Managerin. "Doch auch wir hoffen bald auf positive Nachrichten."














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