24.02.2020 - 12:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Klimaschutzpaket belastet Porzellanindustrie

Vertreter von Weidener Firmen diskutieren ihre Sorgen mit Bundestagsabgeordnetem Uli Grötsch. Die Kohlendioxid-Bepreisung wird ihrer Ansicht nach der geplanten Lenkungswirkung nicht gerecht.

Die Kohlendioxidbepreisung bereitet den Vertretern der Porzellanindustrie Sorgen. Deutlich machten das Philipp Pickelmann (links, BVKI), Rainer Schwarzmeier (Zweiter von links, BHS Tabletop), Thomas Sparrer (Zweiter von rechts, Seltmann) und Christoph René Holler (rechts, BVKI) Im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (Mitte).
von Externer BeitragProfil

Einer Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch folgend, diskutierten Vertreter der Firmen Seltmann Weiden, BHS Tabletop AG sowie des Verbandes der Keramischen Industrie (VKI) die Herausforderungen des Klimaschutzpakets der Bundesregierung. Christoph René Holler, Hauptgeschäftsführer des VKI, erläuterte dem Bundestagsabgeordneten bei seinem Besuch, dass das Instrument der CO₂- Bepreisung seinem Ziel, der Lenkungswirkung weg von fossilen Brennstoffen, nicht gerecht werde.

„Ein CO₂-Preis stellt nur dann ein wirksames Mittel zum Klimaschutz dar, wenn Alternativen vorhanden sind." In der Keramik bestehe die Besonderheit jedoch darin, dass zum Beispiel beim Glattbrand in der Geschirrindustrie Erdgas für einen physikochemischen Prozess nach aktuellem technischen Stand zwingend notwendig sei. "Eine Alternative hierfür ist auf absehbare Zeit nicht vorhanden.“

Grötsch zeigte sich überzeugt, dass „jeder entsprechend seiner wirtschaftlichen Stärke einen verträglichen Beitrag zum Klimaschutz leisten müsse." Klimaschutz könne jedoch nur erfolgreich sein, wenn er auch in der Bevölkerung breit akzeptiert und mitgetragen werde. "Wir unterscheiden uns daher in diesem Thema von allen anderen Parteien dadurch, dass wir das Soziale mit dem Ökologischen verbinden möchten“.

Die feinkeramischen Firmen haben in den vergangenen Jahren bereits viel investiert, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Angesichts der fehlenden Alternativen drohe die klima-politische Lenkungswirkung jedoch auszubleiben.

Rainer Schwarzmeier, Vorstand Produktion der BHS Tabletop AG, führte weiter aus: „Auf Grund des harten internationalen Wettbewerbs macht eine Bepreisung in der Keramik auch unter ökologischen Gesichtspunkten keinen Sinn, wenn man die Keramikfirmen mit ihren Arbeitsplätzen in Bayern halten möchte. Was es braucht, ist eine vollumfängliche Entlastung der feinkeramischen Betriebe.“ Enorme Wettbewerbsnachteile seien den deutschen Betrieben bereits durch die EEG-Umlage entstanden, die nahezu jährlich gestiegen sei.

Grötsch dankte für den offenen Austausch und den stets guten Draht zu den lokalen Unternehmen. Er sagte zu, die Sorgen der Keramikbetriebe an Umweltministerin Svenja Schulze weiterzugeben.

Einig waren sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde, dass die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe gehalten werden müsse und daher Handlungsbedarf beim Brennstoffemissionshandelsgesetz bestehe.

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