20.08.2019 - 12:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Klingelputzen fürs Rote Kreuz

Mancher findet's merkwürdig: Im Auftrag des Roten Kreuzes ziehen junge Leute in Weiden und Landkreis von Haustür zu Haustür, um neue Fördermitglieder anzuwerben und Spenden zu sammeln. Dazu bitten sie die Bürger um deren Kontodaten.

Für das Rote Kreuz ziehen junge Werber von Tür zu Tür, um für neue Fördermitglieder zu werben.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil
Um besser planen zu können, hofft der BRK-Kreisverband Weiden-Neustadt/WN auf dauerhafte Mitglieder. Die Höhe des Beitrags und die Dauer der Mitgliedschaft könne dabei jeder frei wählen.

"Haben Sie schon einmal einen Rettungswagen benötigt", fragt der junge Mann an der Haustür in österreichischem Akzent und lächelt. Er ist einer von fünf Werbern, die seit 8. Juli in der Stadt Weiden und im Landkreis Neustadt unterwegs sind, um neue Fördermitglieder für das Rote Kreuz zu gewinnen. Das berichtet Nadine Ehmann vom BRK-Kreisverband auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.

"Die Werber Marion Kastl, Samuel Nohejl, Luca Moreira, Mateusz Chmeelewski und Pauline Steger tragen alle ein weißes Poloshirt mit BRK-Aufdruck. Außerdem hat jeder von ihnen einen Werberausweis bei sich, den er auf Wunsch vorzeigen kann." Die Haustürwerbung sei der einfachste Weg, persönlich mit den Menschen in Kontakt zu treten.

Die Werbekampagnen sind seriös

"Vereinzelt rufen Leute an und fragen besorgt, ob das alles seine Richtigkeit hat", räumt sie ein. Für die Werbung hat das Rote Kreuz ein Dienstleistungsunternehmen aus Aalen beauftragt. Manfred Krippel von der Kober GmbH erklärt am Telefon: "Die Anwerber sind Studenten aus dem deutschsprachigen Raum, hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und Südtirol. Die 18- bis 25-Jährigen arbeiten für vier bis fünf Wochen während der Semesterferien. Jeder bekommt ein Fixum als Gehalt. Wer besonders fleißig ist, kann sich noch eine Provision hinzuverdienen."

Die Werber erfassen die Adress- und Kontodaten der künftigen Fördermitglieder auf einem Tablet-PC. Dadurch lasse sich eindeutig nachvollziehen, wie viel Geld gespendet wurde, sagt Ehmann. Die Höhe des Beitrags sowie den Zeitraum, in dem dieser vom Konto abgebucht werden soll, kann jeder selbst bestimmen.

Hilfsorganisationen brauchen Mitglieder

Wer seine Daten nicht an der Tür herausgeben möchte, könne das Geld auch auf das Konto des BRK-Kreisverbandes überweisen. "An der Haustüre nehmen wir bei dieser Aktion kein Bargeld an." Wer dennoch lieber bar einzahlen wolle, könne das an einer der BRK-Stellen im Landkreis tun. Je mehr dauerhafte Mitglieder das Rote Kreuz hat, desto besser kann es finanziell planen. Die Beiträge bleiben im Kreisverband und gehen an BRK-Bereitschaften, Helfer vor Ort, Wasserwachten sowie Sanitätsdienste, Krankentransporte oder Essen auf Rädern. Eine BRK-Mitgliedschaft könne zudem auch persönliche Vorteile haben, sagt Ehmann. So bestehe im Falle einer Erkrankung und bei medizinischer Notwendigkeit das Recht auf eine Rückholung ins Heimatkrankenhaus - sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Die Aktion dauert noch bis Mitte/Ende September.

auf hilfe angewiesen:

Hilfsdienste werben um Mitglieder

Auch andere Hilfsorganisationen ziehen von Tür zu Tür und werben um Fördermitglieder und Spender. "Werbekampagnen sind eine der Hauptfinanzierungsquellen für ehrenamtliche Dienste", bestätigt Stefan Kalm, stellvertretender Diözesangeschäftsführer der Malteser im Bistum Regensburg.

Und auch Julia Eisenhut von den Johannitern sagt: "Ohne die finanzielle Unterstützung durch Fördermitglieder wäre ehrenamtliches Engagement in der bestehenden Form nicht möglich." (fuw)

Das Rote Kreuz ist für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Um besser für die Zukunft planen zu können, Hier finden Sie weitere Informationen zur Fördermitgliedschaft beim Roten Kreuz

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