05.07.2020 - 12:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kliniken AG: Schlagkraft dank neuer Strukturen

Seit gut vier Monaten steht Dr. Thomas Egginger als Vorstand an der Spitze der Kliniken AG. "In dieser Zeit wurde viel erreicht", meint der Nachfolger von Josef Götz. Götz war Ende Dezember zurückgetreten.

Die neue Struktur der Kliniken AG habe sich bewährt, bilanziert Vorstand Dr. Thomas Egginger nach gut vier Monaten Amtszeit.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Zur Zukunft der Standorte Vohenstrauß und Waldsassen, die künftig nicht mehr von der Kliniken Nordoberpfalz AG betrieben werden sollen, lässt sich laut Dr. Egginger noch nichts Neues sagen. In der Diskussion sind - wie berichtet - Nachfolgenutzungen als Intersektorale Gesundheitszentren (IGZ), die Integration von Arztpraxen oder die Umwidmung zur Kurzzeitpflegeeinrichtung. "Eine sinnvolle Lösung braucht Zeit." In den nächsten zwei Wochen dürften sich die Planungen konkretisieren. "Dann können wir eine Zeitschiene festlegen."

Dabei werde in der Öffentlichkeit häufig übersehen, was in den vergangenen vier Monaten bereits alles erreicht worden sei, bedauert Dr. Egginger. "Wir haben die komplette Organisationsstruktur neu aufgestellt und umgesetzt." Mit Michaela Hutzler sei eine neue Medizinische Direktorin im Amt. Für die Position des Kaufmännischen Direktors gebe es erste Gespräche mit aussichtsreichen Bewerbern. Seit 15. März sei ein neuer Krankenhausleiter für die Region Süd (Weiden, Neustadt, Vohenstrauß) aktiv, Ende Mai werde der neue Leiter der Region Nord-West (Tirschenreuth, Waldsassen, Kemnath, Erbendorf) sein Amt antreten. Als nebenamtliche Ärztliche Direktoren seien Professor Christian Paetzel (Region Süd) und Dr. Elisabeth Eisner (Region Nord-West) zuständig.

In Kombination mit den Pflegedienstleitungen und pflegerischen Zentrumsleitungen habe sich das als schlagkräftige Struktur erwiesen. "Sonst hätten wir die Corona-Krise in den vergangenen Monaten nicht so bewältigt", sagt der Klinikenvorstand. Alle Berufsgruppen im Haus - von der Reinigungskraft über die Küche bis zu den Ärzten - hätten dabei ihr Bestes gegeben.

Angesichts der rückläufigen Zahlen von Corona-Erkrankten in der Region werde derzeit ein Stufenkonzept erarbeitet, um den Routinebetrieb in der Kliniken AG schrittweise wieder hochzufahren, erklärt Michaela Hutzler. Die Vorgehensweise, Personal- und Patientenkonzepte über die einzelnen Häuser hinweg für den gesamten Verbund zu erstellen, habe sich bewährt. "Wir wollen das für das ganze Jahr aufrecht erhalten." Beibehalten würden feste Corona-Stationen in Weiden, Tirschenreuth und Kemnath, wobei die Bettenzahl je nach Entwicklung variabel sei. "Wir hoffen nicht, dass die Infektionszahlen noch einmal aufflammen."

Am Standort Erbendorf werden seit der Corona-Krise keine Reha-Patienten, sondern Covid-positive Patienten versorgt, wobei der Schwerpunkt hier auf der pflegerischen Betreuung liege. Der Stufenplan sehe unter anderem eine Kohortierung, also eine Gruppenisolierung, der Covid-positiven Patienten in den Stationen vor. Hutzler: "Wir wollen anderen Patienten die Angst nehmen, ins Krankenhaus zu gehen." Ab 18. Mai werden außerdem weitere Vorgaben des Gesundheitsministeriums zum Thema Corona erwartet.

Vorstand Dr. Egginger zu 50 Millionen Euro für die Kliniken AG::

"Umfinanzierung, nicht Finanzspritze"

"Die Kliniken Nordoberpfalz AG war seit ihrer Gründung nie mit eigenen Liquiditätsmitteln ausgestattet", betont Vorstand Dr. Egginger. "Sie hat immer auf Kredit gelebt." Dabei hätten die drei Träger - die Stadt Weiden sowie die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN - für den Kredit gebürgt. Die Kreditsumme betrug nach seinen Worten stets um die 24 Millionen Euro, dazu kamen jeweils rund 16 Millionen Euro an Investitionskosten. Doch 2019 habe die bayerische Staatsregierung den Kommunen derartige Bürgschaften untersagt.

Deshalb sei es zu einer Umfinanzierung gekommen. Die drei Gesellschafter hätten der Kliniken AG 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. "Das ist keine Finanzspritze, sondern eigentlich eine Umfinanzierung", sagt Egginger. Diese 50 Millionen bildeten nun das Eigenkapital der Kliniken AG. Weitere 15 Millionen, die von den Gesellschaftern bereitgestellt wurden, dienten der Liquidität.

Die Kliniken AG habe sich in einer "dramatischen, existenzgefährdenden Situation" befunden, erklärt Egginger dazu und betont: "Wir kämpfen zusammen mit dem Aufsichtsrat darum, den Klinikenverbund in kommunaler Hand zu halten, auch wenn nicht alles erhalten werden kann."

Professor Paetzel zur Corona-Trendwende in den Kliniken

Weiden in der Oberpfalz
Klinikenvorstand Dr. Thomas Egginger.
Medizinische Direktorin Michaela Hutzler.
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