14.09.2020 - 16:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kliniken Nordoberpfalz: Anteile bald neu aufgeteilt

Restrukturierung bis 2024, kleinerer Aufsichtsrat und eine Neuaufteilung der Besitzanteile: Mit diesem Plan soll die Kliniken AG Nordoberpfalz zukunftsfähig werden. Ebenso wie mit "Anpassungen im Personalbestand".

Hinter den Kulissen ist beim Klinikum Weiden und den anderen Häusern der Nordoberpfalz-AG derzeit Vieles in Bewegung.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Der Aufsichtsrat der Kliniken AG hat am Freitag ein Paket mit zahlreichen Einzelposten beschlossen. Damit sollen die Krankenhäuser und übrigen Einrichtungen der Kliniken AG aus ihrer Defizitspirale kommen. "Wir wissen, dass der Weg, der vor uns liegt, hart und steinig sein wird", sagt Vorstand Thomas Egginger in einer Pressemitteilung.

Dazu gibt es ein Gutachten einer Fachfirma. Es umfasst 16 Sanierungs-Kernprojekte. Nach Informationen von Oberpfalz-Medien beinhaltet es ferner Dutzende kleinerer Maßnahmen, die etliche Bereiche betreffen, von der Küche bis zu den Stationen. Mittlerweile sollen alle Abteilungen darüber informiert worden sein. "Es wird beispielsweise von entscheidender Bedeutung sein, Patienten und damit verbunden verlorene Marktanteile wieder zurückzugewinnen und zugleich Einsparpotenziale im Sachkostenbereich, z.B. im Materialeinkauf, oder durch Prozessoptimierungen zu realisieren", teilt die Kliniken AG mit. "Anpassungen im Personalbestand seien bei Weitem nicht der Hauptteil." Wie viele Mitarbeiter deshalb eventuell gehen müssen, ist nicht bekannt, ebenso wenig ob Stationen verkleinert oder geschlossen werden.

Dafür zeichnet sich mittlerweile ab, wie die neue Gesellschafterstruktur aussieht. Bislang hielt die Stadt Weiden 51 Prozent der Anteile, der Kreis Tirschenreuth 47,5 und der Kreis Neustadt/WN 1,5 Prozent. Dieser vielbeklagte "Geburtsfehler" der Kliniken AG könnte nach der Hauptversammlung am 28. Oktober Vergangenheit sein, wenn ein entsprechender Beschluss fällt. Der würde eine Drittelung der Anteile zu jeweils 33,3 Prozent vorsehen. Bis zur Versammlung werden nun juristische Details zur Vertragsänderung ausgearbeitet.

Nachdem die Kreistage Neustadt und Tirschenreuth dazu bereits die Weichen gestellt haben, hat wohl auch der Weidener Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung grünes Licht gegeben. Das würde bedeuten, dass der 21-köpfige Aufsichtsrat auf 15 Personen schrumpft. Je fünf würde jeder der drei Gesellschafter stellen. Das Gremium würde ergänzt durch zwei Betriebsräte.

Interessant sind die Köpfe dahinter. Während Weiden und Tirschenreuth laut Aufsichtsratschef Kurt Seggewiß weiterhin Kommunalpolitiker in den Aufsichtsrat schicken wollen, geht Neustadt dem Vernehmen nach einen anderen Weg. Der Landkreis hatte bisher nur zwei Sitze: Landrat Andreas Meier und OTH-Professor Clemens Bulitta.

Wenn Neustadt nun drei weitere Sitze bekommt, sollen die wie im Fall Bulitta von externen Experten besetzt werden. Folgende Namen sind bislang als mögliche Kandidaten durchgesickert: Rechtsanwältin Dr. Christa Krämer, die als Spezialistin für Gesellschaftsrecht gilt, Neustadts Sparkassen-Vorstandschef Gerhard Hösl als Finanzfachmann und der Ruheständler Reinhold Gietl, der als früherer Pilkington-Werksleiter reichlich Erfahrung damit hat, zwischen Personal- und wirtschaftlichen Interessen auszugleichen.

Damit verbunden wäre eine Drittelung der Verluste aus dem Jahr 2019 und der Kosten für die Sanierung bis 2024. Beides macht rund 15 Millionen Euro aus, in Summe also 30 Millionen. Folglich müsste jeder Gesellschafter weitere 10 Millionen aufbringen. Aufsichtsratschef Kurt Seggewiß sprach nach der Sitzung von einem "sehr guten Weg".

Erfreuliches berichtet auch Medizinische Direktorin Michaela Hutzler: Die Geburtenzahlen am Klinikum Weiden liegen bislang weit über dem Vorjahreswert. Zudem haben 90 junge Leute eine Ausbildung bei der Kliniken AG begonnen.

Aktuelle Coronazahlen :

Nullnummer in Weiden und Neustadt

Solche Zahlen hört nicht nur das Klinikum gerne: Von Sonntag auf Montag kamen weder in Weiden noch im Kreis Neustadt neue Coronafälle hinzu. Die Zahl der Erkrankten liegt in der Stadt somit weiter bei 381, was einer Sieben-Tage-Inzidenz von 14,11 entspricht. In Neustadt sind 870 Fälle registriert. Das wären 8,48 Neuinfektionen pro Woche je 100000 Einwohner.

Die jüngst wieder gehäufter auftretenden Covid-19-Infektionen spiegeln sich derzeit nicht in der Belegung am Klinikum Weiden, sagt Medizinische Direktorin Michaela Hutzler. Erkrankte oder Verdachtsfälle würden derzeit nur im Haus Weiden behandelt, alle anderen Standorte seien derzeit coronafrei.

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