27.02.2020 - 15:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kliniken Nordoberpfalz: Verdi trifft Vorstand Egginger

Auch die Gewerkschaft Verdi beschäftigt die "angespannte Situation" der Kliniken Nordoberpfalz AG. Allerdings fühlen sich die Gewerkschafter schlecht informiert. Das soll sich nun ändern.

Beim DGB-Jahrespressegespräch fordert Verdi-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner einen "runden Tisch" zum Thema Kliniken Nordoberpfalz AG.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Noch vor dem Tag der Entscheidungen am 23. April, an dem der Aufsichtsrat über den Wirtschaftsplan 2020 und einen Sanierungsplan beschließen soll, will sich Kliniken-Vorstand Thomas Egginger mit Verdi-Verantwortlichen treffen. Geplant ist das Gespräch im Rahmen einer Betriebsräte-Voll-Konferenz am Freitag nächster Woche. "Bisher stochern wir im Nebel", sagte Verdi-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner am Mittwoch beim traditionellen Jahres-Pressegespräch des DGB und seiner Einzelgewerkschaften im "BräuWirt". Von inhaltlichen Gesprächen sei man weit entfernt.

Gröbner sprach sich für einen runden Tisch aus. "Wir müssen die Betroffenen zu Beteiligten machen." Keine Zweifel gibt es für den Verdi-Geschäftsführer, dass die Kliniken AG in öffentlicher Hand bleiben müssen. Und die über 50 Millionen Euro Kredite der drei Träger, der Stadt Weiden und der beiden Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN könne man nicht als Geschenk bezeichnen. "Das ist eine kommunale Pflichtaufgabe."

Gröbner sprach auch die zahlreichen Verhandlungen in diesem Jahr an. Bei der Tarifrunde Öffentlicher Dienst starte zum 1. März die letzte Stufe von 2018 und bereits Ende September komme es zur nächsten Runde. Die in der Diskussion befindliche Schuldenentlastung der Kommunen findet die volle Unterstützung des Gewerkschafters. "Können Bäder offen gehalten werden oder müssen sie schließen? Können Bibliotheken offen gehalten werden oder müssen sie schließen?" Gröbner betonte, dass die soziale Frage auch ganz besonders eine kommunale Komponente besitze.

Bei den Arbeitgebern, so vermutet der Verdi-Geschäftsführer, laufe zurzeit eine Art Wettbewerb, wer "der härteste Hund" sei. Der Sparkassenverband sei voll im Rennen. "Damit ist aber nicht der Herr Zitzmann aus Weiden gemeint", stellte Gröbner klar und nahm den örtlichen Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden aus der Kritik. Die Sparkassen insgesamt forderten einen eigenen Tarifvertrag und drohten mit dem Austritt aus dem Arbeitgeberverband. "Das macht uns aber nicht Angst."

Gröbner erwähnte unter anderem noch die Personalratswahlen im April und den Beginn von Tarifverhandlungen an diesem Freitag zum Thema Digitalisierung. Hier habe sich bisher aber nur der Bund bereit erklärt zu verhandeln. Beim ÖPNV seien die Tarifverträge zum 30. Juni gekündigt worden. Der Geschäftsführer empfahl schon mal, die Fahrräder herzurichten. Schließlich forderte Gröbner unter der Überschrift "Sonntags beim Bäcker" dazu auf, rechtsextreme Äußerungen nicht einfach hinzunehmen, sondern deutlich dagegen Stellung zu beziehen.

Eine Kunst scheint es zurzeit, die Kliniken Nordoberpfalz auch finanziell wieder zum Glänzen zu bringen. Die Gewerkschaft Verdi fordert einen "runden Tisch". Man müsse die Betroffenen zu Beteiligten machen.

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