04.06.2021 - 10:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Klinikum Weiden: Vorsorge rettet Leben

Aus Angst, sich mit Corona anzustecken, geht mancher Patient zu spät ins Krankenhaus. Daher starten die Klinken Nordoberpfalz nun eine Aufklärungskampagne.

Patienten kommen mit akuten Notfällen aus Angst vor einer Corona-Infektion manchmal zu spät in die Notaufnahme. Das Klinikum Weiden will diesem Trend entgegenwirken.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Wie in vielen deutschen Krankenhäusern gibt es auch bei den Kliniken Nordoberpfalz einen beunruhigenden Trend: Immer mehr Patienten kommen mit akuten Notfällen vor allem in fortgeschrittenen Stadien in die Notaufnahme, weil Symptome aus Angst vor einer Corona-Infektion nicht wie bisher frühzeitig abgeklärt werden und sich Patienten bewusst gegen eine Behandlung entscheiden, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies kann fatale Folgen haben: Wenn Schmerzen oder Einschränkungen größer werden und Komplikationen auftreten, werden Patienten zu Notfällen und können unter Umständen nur mit geringeren Chancen auf eine vollständige Genesung hoffen.

Notfälle frühzeitig behandeln

Aus diesem Grund stellen die Kliniken Nordoberpfalz die Bedeutung einer frühzeitigen Notfallbehandlung und wichtiger Operationen in den Mittelpunkt. „Gerade weil unsere Region so stark betroffen war, stand die Behandlung von Covid-19-Erkrankten in den vergangenen Monaten fast durchgängig im Fokus. Die derzeitigen Entwicklungen deuten darauf hin, dass wir aktuell die größten Herausforderungen der Pandemie wohl gemeistert haben. Für uns standen die Gesundheit und die Sicherheit unserer Patienten schon immer und nicht nur während der Pandemie im Mittelpunkt“, erklärt Dr. Thomas Egginger, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz. „Sich bewusst gegen das Aufsuchen eines Krankenhauses zu entscheiden oder Behandlungen aufzuschieben, kann lebensbedrohlich sein“, ergänzt Michaela Hutzler, Medizinische Direktorin des Klinikverbunds. „Vorsorge und das Abklären von Beschwerden sind elementare Voraussetzungen für die Gesundheit.“

Untersuchungen dringend nachholen

Auch Professor Dr. Karl-Heinz Dietl, Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Klinikum Weiden und Krankenhaus Tirschenreuth, weist darauf hin, dass Eingriffe und Vorsorgeuntersuchungen, die aus Angst vor einer Infektion in den vergangenen Monaten nicht durchgeführt wurden, schnellstmöglich nachgeholt werden müssen. „Wir müssen beobachten, dass gerade im onkologischen Bereich viele Patienten zu spät zu uns kommen. Dadurch sinken die Chancen auf eine vollständige Genesung deutlich", erklärt Dietl, der auch Leiter des Darmkrebszentrums am Klinikum Weiden ist.

Die Kampagne „Wir sind da. Auch jetzt.“ soll daher die Wichtigkeit der bestmöglichen medizinischen Versorgung der Bevölkerung in den Fokus stellen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Unter www.auch-jetzt.de sind die wichtigsten Informationen zusammengefasst. „Dazu zählen beispielsweise die etablierte Teststrategie oder unsere Besuchsregeln, aber auch die bestmögliche Versorgung infektiöser Patienten, die unsere Infektionsstation ermöglicht“, betont Egginger.

"Für uns standen die Gesundheit und die Sicherheit unserer Patienten schon immer und nicht nur während der Pandemie im Mittelpunkt."

Kliniken-Chef Dr. Thomas Egginger

Kliniken-Chef Dr. Thomas Egginger

Alle Infos zu Corona in der Nordoberpfalz im Newsblog.

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