Weiden in der Oberpfalz
17.12.2021 - 16:17 Uhr
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Kommentar zur 2G-Regel im Einzelhandel: Ein Vorteil für Kunden oder einfach nur nervig?

Weihnachten naht, es braucht Geschenke. Während Redakteurin Michaela Lowak gerade wegen der 2G-Regel das Einkaufen in Weiden genießt, ist ihre Kollegin nur noch genervt. Wenn sich am Einkauf die Geister scheiden: ein Pro & Contra.

Kommentar von Michaela Lowak
Die einen holen sich wegen 2G entspannter als sonst die Weihnachtskugeln im Einzelhandel ab. Die anderen geben sich angesichts der neuen Shopping-Regeln genervt die Kugel. Zu welcher Fraktion gehören Sie? Bild: Gabi Schönberger
Die einen holen sich wegen 2G entspannter als sonst die Weihnachtskugeln im Einzelhandel ab. Die anderen geben sich angesichts der neuen Shopping-Regeln genervt die Kugel. Zu welcher Fraktion gehören Sie?

Pro 2G-Regel: Endlich entspannte Einkäufe

Von Michaela Lowak

2G beim Einkaufen? Wie soll das gehen? Ich konnte mir bei besten Willen nicht vorstellen, wie vor allem kleine Läden das kontrollieren sollen. Doch dann machte ich bei einem Einkaufsbummel ganz andere Erfahrungen. „Bitteschön!“, sagte eine nette Verkäuferin lächelnd, nachdem sie den QR-Code auf meinem Handy gescannt und meinen Ausweis kontrolliert hatte. Und schon stand ich im Laden. Das Ganze hat keine 10 Sekunden gedauert.

In dem Bekleidungsgeschäft in der Max-Reger-Straße in Weiden, das unter normalen Umständen gerne von Teenagern frequentiert wird, war es am vergangenen Samstag gegen Mittag auffällig ruhig. Nur wenige Menschen stöberten an den Ständern, von Hektik keine Spur. Die gut gelaunten Verkäuferinnen hatten sogar Zeit für einen kurzen Plausch mit den Kunden. Dennoch standen an der Kasse etliche Leute an. Die, die im Laden waren, suchten ganz gezielt nach ihren Wünschen – so schien es. Mein Eindruck: Nur so zum Schauen kam kaum jemand. Der Großteil, der da war, hat auch etwas gekauft.

Ein paar Meter weiter bot sich ein ähnliches Bild. Immer wieder öffnete sich die Ladentür der kleinen Boutique. Hier stand niemand an der Tür, die Verkäuferinnen kontrollieren den 2G-Status der Kundinnen ganz individuell. Auch hier ging der Check routiniert und schnell vonstatten. Und mal ehrlich: Handy und Ausweis hat doch eh jeder in der Tasche. Für mich stellt die neue Einlassregelung kein Problem dar. Und weil’s so entspannt war, habe ich gleich noch ein paar Läden abgeklappert und viel mehr Geld ausgegeben, als ich eigentlich vorhatte.

Contra 2G-Regel im Handel: Keinen Nerv mehr für diese Umstandskramerei

Von Simone Baumgärtner

2G im Handel: Was für eine Umstandskramerei. Gerade vor Weihnachten macht Einkaufen so keinen Spaß. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Die Maßnahme in der aktuellen Coronalage finde ich wichtig und absolut sinnig. Nur praktikabel ist sie für den ernsthaften Weihnachts-Shopper nicht wirklich.

Jedenfalls hab ich den Dreh irgendwie nicht raus, wie ich es mit immer mehr Einkaufstüten, die über meiner Schulter und an meinen Handgelenken baumeln, souverän schaffen soll, vor dem Eingang des nächsten Ladens meine Zugangsberechtigung nachzuweisen. Dazu muss ich erst mal meine Tüten auf den Asphalt stellen, das Handy mit dem Impfnachweis aus der Jackentasche pfriemeln, um dann nach meinen Geldbeutel zu kramen, der aus Furcht vor möglichen Dieben sicher mit den Ausweisdokumenten in den Tiefen meiner Handtasche schlummert. Fix geht das leider nicht, ich halte alles auf, habe Hektikflecken und Schweißausbrüche. Nach vier Geschäften reicht’s. Mir fehlt noch einiges, aber ich gebe auf.

Ich schätze den regionalen Handel, alle, die sich vor Ort so viel Mühe geben, das Beste aus dieser Situation zu machen. Aber ich mag’s auch pragmatisch und bin für 2G im Weihnachtsgeschäft einfach nicht gemacht. Geschenke-Entzug ist aber auch keine Lösung. Deshalb muss ich zu meiner Schande gestehen: Für den Shopping-Endspurt werde ich auf Paketboten nicht verzichten können.

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Weiden in der Oberpfalz17.12.2021
Kommentare

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Ulla Britta Baumer

Ich war jetzt mehrmals seit der 2G-Regeleinführung zum Shoppen im Einzelhandel im Landkreis Tirschenreuth unterwegs. Vom Möbelhaus bis hin zum Modeshop waren unterschiedliche Branchen dabei. Überall lief die Kontrolle ganz easy ab. Unterm Reingehen wird kontrolliert, das dauert keine zwei Minuten. Die Verkäufer:innen haben es drauf, ich kann nur Danke sagen.

19.12.2021
Martin Pfeifer

Bei so einer Diskussion sollte sich jeder darüber im klaren sein, das es auch schlimmer kommen kann. Lockdown, Geschäfte zu. Die Bundes- und Landesregierung versucht einen Spagat zwischen den individuellen Freiheiten und der Vermeidung des LockDowns einerseits und der Belastung des Gesundheitswesen andrerseits. Im Vergleich zur ersten Welle sind die Intensivstationen heute um ein mehrfaches voller. im Vergleich zur zweiten Welle sind die Zahlen zwar niedriger, aber absolut viel brisanter. Es gibt schlicht und ergreifend nicht mehr das Personal, um die gleiche Anzahl von Intensiv-Betten zu betreiben. Und auch Krankenpfleger#innen wachsen nicht auf Bäumen.

Letztendlich verdanken wir die aktuelle Anzahl auch den etwa 1/3 Ungeimpften. Denn es sind fast nur Ungeimpfte, die auf der Intensiv-Station landen. Also bitte: jetzt noch zum Impfen anmelden.

17.12.2021
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