Weiden in der Oberpfalz
16.12.2020 - 22:02 Uhr

Meinung: Kommentar: "Schutz für Risikogruppen" muss mehr sein als eine Floskel

Schon wieder die Seniorenheime. Wie bei den Schulen ist aus den Fehlern der ersten Corona-Welle im Frühjahrs zu wenig gelernt worden. Es gibt Beispiele, die zeigen, dass Schutz möglich ist, kommentiert Wolfgang Würth.

Kommentar von Wolfgang Würth
Eine Altenpflegerin testet in einem Seniorenheim eine Bewohnerin. 	Bild: Sebastian Gollnow/dpa Bild: gib
Eine Altenpflegerin testet in einem Seniorenheim eine Bewohnerin. Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Es ehrt die Seniorenheim-Verantwortlichen von BRK und Caritas, dass sie die Schuld für die erneuten Probleme in den Heimen nicht bei der Politik abladen. Aber die Ursache für die massenweisen Ausbrüche alleine beim "heimtückischen" Virus zu suchen, greift doch zu kurz.

Es ist ein Ritual in Polit-Talkshows, mehr Schutz für die besonderen Risikogruppen in den Heimen zu fordern. Was "besonderer Schutz" konkrete bedeuten könnte, davon ist dann kaum mehr die Rede.

Es ist wie an den Schulen: Auch hier hieß es, man habe aus dem Frühjahrs-Chaos gelernt. Nun erfahren Schulleiter doch wieder aus der Zeitung, dass sie innerhalb zweier Tage auf Distanzunterrichten schalten müssen. Die technischen Voraussetzungen scheinen sich seit dem Frühjahr ebenfalls kaum verbessert zu haben.

An den Seniorenheimen gibt es nun genug Schutzausrüstung, ansonsten lässt man sie weiter in Stich. Dabei gibt es Beispiele, die zeigen, dass man gegen die Heimtücke des Virus nicht machtlos ist. In Krankenhäusern wird etwa unter ähnlichen Voraussetzungen gearbeitet. Große Covid-Ausbrüche sind dort aber seltener - auch weil es schon immer Hygienespezialisten gibt.

In den Heimen fehlt dieser Erfahrungsschatz. Dem weiter knappen Personal fehlt zudem die Zeit, aufwendige Hygienevorgaben einzuhalten. Es ist wie bei den Schulen - die ruhige Zeit des Sommers wurde nicht genutzt, um hier wirksam nachzubessern. Das rächt sich jetzt grausam.

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Regensburg16.12.2020
 
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