07.11.2019 - 13:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Konferenz für Kinderschutz

Zur bereits fünften Nordoberpfälzer Kinderschutzkonferenz hatten die drei "Kokis" ("Koordinierungsstelle frühe Kindheit") der Stadt Weiden, des Landkreises Neustadt und des Landkreises Tirschenreuth in den Bürgersaal eingeladen.

Die "Koordinierungsstellen frühe Kindheit" treffen sich zum Austausch.
von Externer BeitragProfil

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Sabine Frischholz, Leiterin der Sozialen Dienste des SJA Weiden, die den Koki-Mitarbeitern für die Organisation dieses Runden Tisches dankte. Es sei in den vergangenen Jahren ein gut funktionierendes Netzwerk bei den frühen Hilfen entstanden, was letztlich auch den betreffenden Familien zu Gute komme.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Qualitätsentwicklung im präventiven Kinderschutz – aktueller Stand und Perspektiven“ und hatte das Ziel, die Fachstellen der Jugend- und Gesundheitshilfe im "Netzwerk frühe Kindheit" über die neuen Entwicklungen im präventiven Kinderschutz zu informieren. Daneben sollte weiterhin daran gearbeitet werden, den Austausch der Fachstellen zu fördern und das Zusammenwirken der Netzwerkteilnehmer weiterhin zu verbessern. Es wurde betont, wie wichtig es ist, voneinander zu wissen um stets eine möglichst passgenaue Hilfe anbieten zu können.

Wie das "Nationale Zentrum Frühe Hilfen" (NZFH) festgestellt hat, leben in Deutschland, 500.000 Kinder im Alter bis drei Jahre, deren Familien Bedarf an Frühen Hilfen haben. Der Ausbau von familienorientierten Kontakt- und Vermittlungsangeboten sollte deshalb weiter vorangetrieben werden. Ziel ist hierbei stets, das Selbsthilfepotenzial der Eltern zu fördern. Allerdings ist das Helfersystem für Betroffene oft undurchsichtig, deshalb sollte es genug Information hierüber geben und ein entsprechendes Lotsensystem sollte die Familien zu den angebotenen Hilfen führen.

Entscheidend sei grundsätzlich auch für das Helfersystem, einen frühen Zugang zu Familien zu bekommen, damit möglichst frühzeitig geeignete Angebote und Hilfen installiert werden können, bevor die Probleme zu groß werden. Dieser Zugang wird durch Willkommensbriefe und Päckchen für die Neugeborenen geschaffen. Weiterhin können die Eltern verschiedene Vortragsreihen besuchen wie„Kindergesundheit“ oder sie lernen die Koki-Mitarbeiter bei einer Babybegrüßung in ihrem Ort kennen. Im Landkreis Tirschenreuth gibt es in jedem Ort einen Koki-Ansprechpartner oder Familienbeauftragten, der für Eltern Ansprechpartner vor Ort ist und auf Wunsch zur Koki vermittelt. In Weiden wird in regelmäßigen Abständen ein Frühstück für Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr angeboten und im Landkreis Neustadt bekommt inzwischen jedes Baby den „NEW“-Storch zur Begrüßung zugeschickt. Je nach Region gibt es verschiedene Angebote und Möglichkeiten. Entscheidend sei, dass die Eltern die Koki als Anlaufstelle kennen. Als Beispiel für den Ausbau verbindlicher Strukturen stellte Marina Frister vom Klinikum Weiden die Aufgaben der Kinderschutzgruppe in der Kinderklinik vor.

Wichtig für den präventiven Kinderschutz ist das Zusammenwirken aller Fachstellen der Kinder- und Jugendhilfen, wobei der Ausbau der interdisziplinären Zusammenarbeit im Mittelpunkt steht. Besonders die Ärzte haben hier eine wichtige Funktion inne. Oft ist der Hausarzt, Gynäkologe oder Kinderarzt die erste Anlaufstelle für Eltern, und kann dadurch auch ein guter Lotse zu den Frühen Hilfen sein. Die Gynäkologen können zur Information der Eltern ein entsprechendes Blatt dem Mutterpass beilegen, auch ein Aufkleber im U-Heft kann Mütter und Väter auf die Koki hinweisen.

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