Weiden in der Oberpfalz
26.05.2018 - 12:36 Uhr

"Konservativer Modernist"

Michael Schwalb stellt eine neue Biografie über Max Reger vor. Sie beschreibt das Musikgenie als "konservativen Modernisten".

Buchautor Michael Schwalb (vorne, Zweiter von links) beleuchtet Max Reger aus teils neuen Blickwinkeln. Die Präsentation der Biographie verfolgen  (von links) OB Kurt Seggewiß, Dormorganist Franz Josef Stoiber, Alexandra Stangl und Verleger Fritz Pustet.  	Bild: Kunz Kunz, Helmut [uz] (HELMUT.KUNZ-WEIDEN@T-ONLINE.DE)
Buchautor Michael Schwalb (vorne, Zweiter von links) beleuchtet Max Reger aus teils neuen Blickwinkeln. Die Präsentation der Biographie verfolgen (von links) OB Kurt Seggewiß, Dormorganist Franz Josef Stoiber, Alexandra Stangl und Verleger Fritz Pustet. Bild: Kunz

(uz) Mit einem Orgelkonzert eröffnete der Regensburger Domorganist Professor Franz Josef Stoiber am Samstag eine Veranstaltung, die sich eigentlich um ein Buch dreht: "Max Reger - Der konservative Modernist", eine brandneue Biographie über das Weidener Musikgenie. Gemeinsam mit dem Verlag Pustet hatte die Buchhandlung "Stangl Taubald" zu dieser außergewöhnlichen Präsentation eingeladen.

Stoiber hatte sich für sein Orgelspiel mit der Introduktion und Passacaglia f-moll eine Komposition ausgewählt, die Max Reger 1899 in Weiden geschrieben hatte. Nach diesem achtminütigen Werk auf der Reger-Orgel in St. Michael verlegten die Veranstalter den Schauplatz in das Max-Reger-Zimmer des Alten Schulhauses. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß unterstrich dort die Bedeutung des Tonsetzers für die Stadt. Weiden ehre Max Reger an vielen Stellen: Max-Reger-Park, Max-Reger-Orgel, Max-Reger-Zimmer und Max-Reger-Tage. Der Komponist sei früher in Weiden immer mit einer Fuge im Kopf umhergelaufen. Unter den Gästen befand sich der Vorsitzende der Max-Reger-Tage, Horst Petzold.

Stadtarchivarin Petra Vorsatz erinnerte an die Max-Reger-Sammlung in diesem Gebäude, die 1958 entstanden sei. "Die besteht vor allem aus Briefen Regers, vor allem an Adalbert Lindner." Max Reger sei ein großer Freund von Postkarten gewesen und ein großer Selbstvermarkter. "Bevor das Wort Marketing bekannt wurde, hat Reger das schon getan." Er habe unendlich viele Briefe an Musiker und Veranstalter geschickt, um sich und sein Werk anzupreisen.

Gleichwohl habe er viele seiner Stücke Musikerkollegen gewidmet, die sich dann wiederum in der Pflicht gesehen hätten, Regers Werke auch zu spielen. In Anwesenheit des Verlegers Fritz Pustet stellte anschließend der Solocellist, Musikredakteur beim Rundfunk und Buchautor Michael Schwalb seine Biografie über Max Reger vor. Darin stellte er fest, dass die Lebensdaten Regers ebenso zufällig wie bedeutungsvoll mit den Koordinaten des Deutschen Kaiserreichs zusammengefallen seien. So habe Regers Werkausstoß nach erster musikalischer "Aufrüstung" in eine Innerlichkeit geführt, die sich den Tendenzen der Epoche entgegengestellt habe.

Regers Fortschrittlichkeit gründe sich auf einer musikalischen Rückschau, die sich mehr an Bach und Brahms orientiere, als am Zeitgeist der "Neudeutschen". Trotz vielfältiger Würdigungen, so der Autor, sei Max Reger noch immer ein weithin "Unbekannter" - und dies nicht nur im Ausland, sondern auch im deutschen Musikleben.



 
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