Weiden in der Oberpfalz
27.07.2022 - 12:00 Uhr
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Hier kracht es besonders oft in Weiden

Immerhin: Bei der gefährlichsten Weidener Kreuzung im Jahr 2021 ist das Klinikum gleich um die Ecke. Und mittlerweile könnte sie bereits entschärft sein. Wo ist die Gefahr einer Karambolage ansonsten besonders hoch?

Die gefährlichste Kreuzung

Nirgendwo kracht es 2021 häufiger im Stadtgebiet als am Knotenpunkt Rotkreuzplatz/Gabelsbergerstraße. 6 Unfälle ereignen sich dort, so viele wie seit 2018 nicht mehr. 2019 standen gerade mal 2, im Folgejahr gar nur 1 Karambolage zu Buche – "absolut unauffällig", wie wie Weidener Polizei feststellt. Die Bilanz 2021: 5 Leichtverletzte, 64.000 Euro Schaden. 5 Mal handelt es sich um Abbiegeunfälle. Typischer Hergang: Ein Autofahrer ist stadtauswärts unterwegs, will am Rotkreuzplatz nach links in die Straße Zur Centralwerkstätte abbiegen. Dabei übersieht er den Gegenverkehr. Verschärft hat sich die Situation nach Einschätzung der Gesetzeshüter, nachdem der Lidl-Markt neu eröffnet und zu höherer Verkehrsfrequenz geführt hat. Inzwischen signalisiert die Polizei leise Entwarnung: Seit März ist eine neue Ampelanlage mit separater Linksabbiegerschaltung in Betrieb, die Fahrspuren sind seit Juni geändert. "Dadurch dürfte eine wirksame Entschärfung des Unfallgeschehens zu erwarten sein", heißt es in dem Bericht von Stadtverwaltung und Polizeiinspektion Weiden.

Der schwerste Unfall

Auf der B 22 beim Butterhof prallen am 25. Januar 2021 zwei Autos frontal zusammen, ein 18-Jähriger stirbt. Der junge Weidener fuhr mit seinem Wagen in Richtung Altenstadt/WN. Aus unbekannter Ursache geriet er auf die Gegenfahrbahn, auf der eine 44-Jährige mit ihrem Auto unterwegs war. Der 18-Jährige ist 2021 der einzige Verkehrstote in Weiden.

Hier kommt es 2021 auffällig oft zu Unfällen

Dr.-Kilian-Straße/Merklmooslohe: 5 Unfälle, 2 Leichtverletzte; Dr.-Kilian-/Georg-Stöckl-Straße: 4 Unfälle, 3 Leichtverletzte; Weigel-/Bahnhofstraße: 4 Unfälle, 1 Leichtverletzter; Adolf-Kolping-Platz: 4 Unfälle, 2 Leichtverletzte; Asyl-/Herrmannstraße: 4 Unfälle, 4 Leichtverletzte; Süd-Ost-Tangente/Leuchtenberger Straße: 4 Unfälle, 2 Leichtverletzte; Frauenrichter Straße/Am Alten Dorf sowie Regensburger-/Nikolaus-Otto-Straße: 4 Unfälle, kein Verletzter.

Diese vormaligen Unfallschwerpunkte sind nicht mehr auffällig

Die "Trippacher Kreuzung" (Staatsstraße 2166/Manteler Straße) ist kein Unfallschwerpunkt mehr, seitdem das Staatliche Bauamt 2021 Veränderungen vorgenommen hat. In einer Dreijahres-Betrachtung (2019 bis 2021) gibt es keinen Knotenpunkt im Stadtgebiet, der sich als besonders gefährlich herauskristallisiert hätte. Als Unfallhäufungspunkte (5 Unfälle gleichen Typs in 12 Monaten) weggefallen sind 2021 Am Alten Dorf/Leimberger Straße, Frauenrichter-/Leimberger Straße sowie Süd-Ost-Tangente/Abfahrt B22, Leuchtenberger Straße.

Insgesamt weniger Unfälle in Weiden

Sowohl bayernweit (+ 3,93 Prozent) als auch in der Oberpfalz (+5,2 Prozent) steigen die Unfallzahlen im Vergleich zum Vorjahr – in Weiden gehen sie zurück: um 0,88 Prozent auf 1347 Karambolagen. Nur noch 198 Beteiligte wurden verletzt – ein Rückgang um ein Viertel. Von 15 auf 17 steigt dagegen die Zahl der Alkoholunfälle, während die der Unfälle mit Ursache Alkohol von 31 auf 27 zurückgehen. 104 Wildunfälle bedeuten dagegen eine Zunahme um fast ein Drittel.

Radler häufig schuld an Unfällen

Bei 58 Unfällen verunglücken Radfahrer im Jahr 2021 im Stadtgebiet, 8 von ihnen waren mit Pedelecs unterwegs. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum ereignen sich gerade mal 18 Unfälle mit Krafträdern. 16 Radler stürzen ohne Fremdbeteiligung. Bei 3 Unfällen kommen sich Pedalritter selbst in die Quere, in weiteren 3 Fällen sind Fußgänger beteiligt – ansonsten immer Kraftfahrzeuge. Schuld sind die Radfahrer meist selbst: Laut Polizeistatistik sind sie in 33 Fällen Verursacher und 8 Mal mitverantwortlich. Damit sind sie an 70,68 Prozent der Unfälle schuldhaft beteiligt (Vorjahr: 72,22). Als "wesentliche Unfallursache" nennt der Bericht das Benutzen des Radwegs in falscher Richtung beziehungsweise einen Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot (16 Fälle). 55 Radler werden verletzt, davon 7 schwer. Nur 14 tragen einen Helm.

Häufigste Unfallursache: Zu wenig Abstand

440 Mal kracht es, nachdem der Hintermann nicht genügend Abstand gehalten hat – fast genau ein Drittel aller Unfälle in Weiden sind auf diesen Fehler zurückzuführen. Ebenfalls vorne dabei: "Abbiegen/Wenden/Rückwärts- und Anfahren" (25,5 Prozent) und "Vorfahrt/Vorrang" (7,1 Prozent). Je 1,3 Prozent der Karambolagen haben die Ursachen Alkoholeinfluss und Geschwindigkeit.

200 Temposünder

130 Stunden lang ist das Laserhandgerät im Einsatz, insgesamt 72 Tempomessungen (Vorjahr 87) veranlasst die Polizei. Fazit: 200 Verstöße – ein Anstieg um 40 im Vergleich zum Vorjahr. 103 werden angezeigt, 2 Mal setzt es Fahrverbot.

Weniger Unfallfluchten

Ein erfreulicher Trend seit 2018 setzt sich fort: Die Zahl der Unfallfluchten geht weiter zurück, aktuell um knapp 9 Prozent. Allerdings sinkt auch die Aufklärungsquote: von 42 auf 35 Prozent. Besonders häufig machen sich Unfallverursacher auf dem Kaufland-Parkplatz in der Unteren Bauscherstraße aus dem Staub (14 Unfälle/8 Fluchten), gefolgt vom Parkplatz beim E-Center in der Neustädter Straße (13/6) und dem Bereich Klinikum in der Söllnerstraße (12/5). Auf dem Großparkplatz Naabwiesen kracht es 10 Mal, 4 Verursacher suchen das Weite.

Hintergrund:

Unfallschwerpunkte definieren und entschärfen

  • Unfallschwerpunkte: Orte, an denen sich mehr als 5 Unfälle gleichen Typs innerhalb von 12 Monaten ereignen
  • Untersuchung durch einen Kommission, die sich aus Vertretern der Straßenverkehrs- und der Straßenbaubehörde sowie der Polizeiinspektion Weiden zusammensetzt. Ziel: Unfallschwer- und -häufungspunkte entschärfen
  • Politische Diskussion darüber aktuell am Donnerstag, 28. Juli, im Hauptverwaltungsausschuss. Beginn um 14.30 Uhr im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses
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