13.09.2018 - 18:11 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Krankenpflege ist Herzenssache

Eine harte Zeit des Lernens liegt hinter der Abschlussklasse der Berufsfachschule für Krankenpflege der Gesundheitsakademie "New Life". 14 Absolventen durften jetzt in einer Feierstunde ihre Zeugnisse in Empfang nehmen.

Die erfolgreichen Absolventen der Krankenpflege-Ausbildung an der Akademie für Gesundheit der Kliniken Nordoberpfalz "New Life" zusammen mit Dozenten und Ehrengästen.
von Siegfried BühnerProfil

Am Ende der Ausbildung wurde gefeiert. 14 Absolventen haben es geschafft und die staatliche Abschlussprüfung in der Gesundheits- und Krankenpflege erfolgreich bestanden. Alle Absolventen sollen übernommen werden. Bei der Abschlussfeier wurden ihnen die Zeugnisse überreicht. 4600 Stunden theoretische und praktische Ausbildung lagen hinter den Absolventen. Praxiseinsätze in Wöllershof und ambulanten Pflegeeinrichtungen kamen dazu. Sechs Stunden Abschlussprüfung, sechs Stunden praktische Prüfung sowie die mündliche Prüfung folgten. Nicht alle seien am Ziel angekommen. „30 haben angefangen, 14 haben die Prüfung erfolgreich bestanden“, sagte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Nordoberpfalz. „Sie haben Höhen und Tiefen in der Ausbildung erlebt, Größe und Ausdauer bewiesen. Ich habe Respekt und Hochachtung“. Nur mit Freude am Beruf lasse sich eine lange Ausbildung überstehen, betonte Seggewiß. Und er ergänzte „die Leistung im Beruf lebt von der Persönlichkeit, Krankenpflege ist Herzenssache“.

Dass mit der Ausbildung auch ein ganzer Lebensabschnitt zu Ende gehe, sagte Pflegedirektor Thomas Baldauf. „Doch jedes Ende ist ein neuer Anfang“ gab dieser den Absolventen als Empfehlung mit auf den Weg. Ratschläge für die berufliche Zukunft formulierte auch Schulleiterin Beate Mark. „Freuen Sie sich über das Erreichte, denn Freude gibt dem Leben Flügel“. Mark empfahl auch sich immer seiner eigenen Ressourcen bewusst zu sein und diese auszuschöpfen. Lernprozesse im Lebenslauf könnten jetzt zielgerichtet selbst bestimmt werden und „Enttäuschungen sollten als Lernsituation betrachtet werden“.

Als Prüfungsbeste wurden Sandra Hulin (Note 1,66), Sandra Bartha (2,0), Ludwig Kutzer (2,0) und Julia Tretter (2,0) ausgezeichnet. Hulin darf sich um ein Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung bewerben. Sie möchte Pflegepädagogik oder Medizinische Pädagogik studieren, wie sie sagte. Julia Jahn und Ludwig Kutzer sprachen im Namen der Absolventen. „Ich kann diese Ausbildung nur jedem ans Herz legen“, sagte Kutzer. Für die musikalische Umrahmung der Abschlussfeier sorgte das Saxophontrio unter Leitung von Markus König. Den Abschlussgottesdienst gestalteten Sabine Dachauer und Helmut Brandl.

Nachgefragt:

(blu) 30 Leute haben die Krankenpflege-Ausbildung an der Berufsfachschule angefangen. Und nur 14 haben die Prüfung geschafft. Was ist denn da passiert? Die Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege in Neustadt, Beate Mark, ist selbst überrascht von dem Schnitt: „Ich bin seit 40 Jahren an der Schule. Aber so etwas hab ich noch nie erlebt.“ Der schlechte Schnitt ist statistisch ein großer Ausreißer. „Vergangenes Jahr haben 35 begonnen und 35 haben die Prüfung abgeschlossen.“ Die Abbrecherquote liege bei etwa 10 Prozent, schätzt sie. Ihre Erklärung für den schlechten Jahrgangsschnitt: „Die Schüler haben die Prüfung einfach nicht so ernst genommen und zu wenig gelernt.“

Betrachtet man die Zahlen genauer, sehen sie auch gar nicht mehr so schlecht aus. Von den 30 Leuten, die die Ausbildung begonnen hatten, haben 7 in den ersten beiden Jahren aufgehört, weil sie ein Studium begonnen haben oder ähnliches. „Auch so eine hohe Zahl hatten wir noch nie“, betont Mark. Weitere 7 Leute sind bei einem Teil der Prüfung durchgefallen und können diese noch nachholen. Der Rest macht die Prüfung im kommenden Jahr. Auch die Nachzügler würden von den Kliniken sofort übernommen, ist sich Mark sicher. „Wie alle Betriebe suchen wir händeringend nach Lehrlingen. Wir haben sie in der Pflege dringend nötig.“

Auch die Zahl der Bewerber habe abgenommen. „Früher hatten wir 600 Bewerber, dann 500, und so nimmt das immer weiter ab.“ Heuer hätten sich 180 Leute auf 70 Ausbildungsplätze beworben. Die Klassenstärke hat Mark schon von 35 auf 30 reduziert.

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