Bei der Sitzung des Kultur- und Tourismusbeirats im Neuen Rathaus unter der Leitung von Stadtrat Hans Forster kam am Dienstagnachmittag erneut der AfD-Besuch in der Max-Reger-Halle zur Sprache. SPD-Stadträtin Sema Tasali-Stoll wollte wissen, was die Geschäftsleitung der Halle bewogen habe, der Partei für ihr Bürgergespräch am vergangenen Freitagabend Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und weshalb das Banner mit der Aufschrift "Dieses Haus steht für Demokratie, Respekt und Miteinander – Gegen Extremismus und Ausgrenzung" zunächst entfernt und später wieder aufgehängt wurde.
Lukas Höllerer, der gemeinsam mit Maximilian Biehler die Geschäftsführung der Max-Reger-Halle übernommen hat, war bei der Sitzung anwesend und erklärte, dass das Vertragsverhältnis mit der AfD bereits bestanden hat, bevor die neue Leitung im Amt war. "Wir sind eine Kongress- und Event GmbH und haben ein gültiges Vertragsverhältnis übernommen", so Höllerer. "Für uns war klar, an dieser Stelle keinen Widerstand zu leisten, also an einem Punkt, an dem wir noch nicht zum Wirken gekommen sind."
Banner wieder aufgehängt
Das Banner sei als sichtbares Zeichen des Selbstverständnisses der neuen Leitung angebracht worden. Zunächst an der Außenfassade über dem Eingang, nach Widerstand des Veranstalters wieder entfernt und schließlich während der Veranstaltung eigenmächtig aufgehängt im Foyer. "Wir wollten unsere Botschaft an die Menschen, die uns besuchen, nach außen tragen", betonte Höllerer. Das Banner solle noch bis Ende Oktober hängen bleiben, da die Botschaft universell sei. Ab November könne es ausgeliehen werden.
Darüber hinaus versprach Höllerer, "der Max-Reger-Halle ein neues Gesicht zu verpassen". Man fühle sich verpflichtet, die Menschen, die die Halle besuchen, zufriedenzustellen. Auch personelle Veränderungen stünden "um die Ecke". Die Partnerschaft mit dem Caterer Witt aus Weiherhammer, der die Küchenfläche gepachtet habe, werde fortgeführt. "Das Restaurant allein wäre aktuell schwer zu verpachten, es sei denn als Barbetrieb", erklärte Höllerer. Spätestens zum Stadtball solle die Verköstigung in der Halle wieder "nach oben gefahren" werden.
Pläne für Kulturbühne
Hans-Jürgen Gmeiner berichtete über Pläne, die Kulturbühne auch künftig wieder in der Max-Reger-Halle zu bespielen. Sie soll bereits zur Kulturnacht beworben werden. Wie genau die räumliche Anordnung, vor oder hinter der Bühne, gestaltet wird, sei noch offen.
Höllerer zeigte sich aufgeschlossen gegenüber neuen Formaten, lobte das Foyer als besonderen Veranstaltungsort und plädierte für Offenheit und Flexibilität. Welche Sparte, Event oder Tagung, wirtschaftlich besser laufe, lasse sich derzeit noch nicht sagen. Rückläufig seien aber mehrtägige Tagungen mit großen Teilnehmergruppen. Kulturellen Angeboten und Tagungen wolle man gleichermaßen Raum bieten, ohne die Wirtschaftlichkeit aus dem Blick zu verlieren.
Jugendliche unzufrieden
Michael Maier von der Stadt Weiden stellte die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema "Kultur und Demografie" vor. Die Zufriedenheit mit dem städtischen Kulturangebot sei insgesamt hoch. Befragt wurden rund 900 Personen bei Veranstaltungen wie Bürgerfest, Sommerserenaden, Literaturtagen und Volksfest sowie postalisch (Rücklaufquote 15 Prozent). Besonders Jugendliche fühlten sich noch zu wenig berücksichtigt. Viele Besucher informierten sich über Plakate, Mundpropaganda und die Tagespresse, weniger über das Internet. Fast die Hälfte der Befragten misst der Kultur einen hohen Stellenwert bei. Klarer Trend: Die Bürger wollen draußen feiern.
Forster sprach sich trotz der angespannten Finanzlage für die Fortführung der Sommerserenaden in jetziger Form aus. Astrid Karl zog Bilanz zum Projekt mit der Künstlerin Coline Eberhard, das unter der Bezeichnung "Mobiles Atelier" Menschen mit begrenztem Zugang zu Kunst ein Kunsterlebnis ermöglichen sollte. Rund 200 entstandene Motive sollen in einem Bildband zusammengefasst und als Geschenk an Partnerstädte überreicht werden.
Die diesjährigen Max-Reger-Tage mit fünf Konzerten, einem Meisterkurs und rund 800 Besucherinnen und Besuchern seien wirtschaftlich gut gelungen. Ein Bericht darüber werde demnächst auf Arte ausgestrahlt. Zum Abschluss stellte Ruth Neumann, Leiterin der Regionalbibliothek, das Programm des bevorstehenden Weinlesefests vor.
In einer ersten Version war hier von der Stellungnahme der Pächter zu lesen. Die Betroffenen aber sind Geschäftsführer der Max-Reger-Halle. Dies wurde korrigiert.




















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