04.09.2018 - 14:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leben anderer bedroht

Gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bedrohung: 25-Jähriger bleibt nach Freispruch in Psychiatrie.

Ein 25-Jähriger Mann muss in der Psychatrie bleiben.
von Autor RNSProfil

(rns) Wie ein Wilder gebärdete sich ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Tirschenreuth im Juli letzten Jahres. Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder hatte eine Erklärung dafür. Der langjährig suchtkranke Mann, so Rieder, habe zum Zeitpunkt der angeklagten Taten eine Psychose entwickelt. Daher die "erhebliche Verminderung seines Einsichts- und Steuerungsvermögens".

Die rechtliche Folge: Der gelernte, zurzeit arbeitslose, Spengler konnte für seine Taten nicht verantwortlich gemacht werden. Durch Richter Hubert Windisch erfolgte deshalb ein Freispruch. Gemäß dem Antrag von Staatsanwältin Franziska Paintner ordnete Windisch die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

Der seit langem Cannabis, Methamphetamin und Alkohol konsumierende Mann hatte sich darauf fixiert, dass ihn jemand ständig an Orte hinbestellt, an denen dann niemand erschien. In Verdacht hatte er - völlig grundlos - schließlich einen Unternehmer aus seinem Dorf. Zu diesem ging der Ledige eines Tages, bewaffnet mit zwei Holzlatten, hin. Als der 55-Jährige die Haustüre öffnete, konnte dieser sie gerade noch rechtzeitig schließen. Sonst wäre er von den heftigen Schlägen des 25-Jährigen getroffen worden. Den schwarzen Jaguar seines Opfers beschädigte er im Vorbeigehen am Heck und an der Seite. Seinen, nicht zugelassenen Roller ließ der Mann beim Wegfahren so driften, dass der Split gegen das Auto prallte und weitere Beschädigungen hinterließ. Wenige Tage später, trotz eines mittlerweile ausgesprochenen Hausverbots, tauchte der Mann wieder auf und versuchte, ihn mit einer laufenden Akku-Bohrmaschine in den Brustbereich zu stechen. Dazu brüllte er: "Ich bring dich um".

Bereits drei Tage zuvor hatte sich der 25- Jährige in einem Hotel in Mitterteich eingemietet. Dort randalierte er, riss einen Vorhang herunter, beschädigte die Minibar und vertauschte die Nummern der 38 Zimmer. Ein daraufhin verhängtes Hausverbot missachtete er, was die Überwachungskamera bewies.

Aus den Schilderungen dreier Polizeibeamter der Polizeiinspektion Waldsassen und der Hotelbesitzerin, sowie einer Untersuchung des Angeklagten, kam Rieder zu seinem Gutachten. Der Angeklagte ist bereits seit Februar im Bezirksklinikum Regensburg untergebracht.

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