19.01.2020 - 09:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Das Leben ist ein einziger Schlager

Die Musical-Show „Ab in den Süden“ begeistert in der Max-Reger-Halle das Publikum. Das geht bei "Major Tom", Jürgen Drews "Bett im Kornfeld" und anderen bekannten Ohrwürmern textsicher mit und erlebt einen kurzweiligen Abend.

"Ab in den Süden" ging es für die sechs Künstler in der gleichnamigen Musical-Show auf der Bühne der Max-Reger-Halle: Im Gepäck hatten sie rund 50 Schlager der vergangenen gut 60 Jahre.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Urlaub an der Riviera – für manche mag dies recht langweilig klingen. Andere wiederum können dort so richtig „die Sau rauslassen“. Alles andere als entspannend dürfte der Urlaub aber werden, wenn man dort solche Pärchen trifft, wie in der Musical-Show „Ab in den Süden“, die am Donnerstagabend in der Max-Reger-Halle gastierte. Denn da ging es drunter und drüber, eine Verwicklung jagte die andere und die Hormone spielten bei allen komplett verrückt. Show-Schöpfer Espen Nowacki, der eine Woche zuvor mit „The Best of Musical“ auf derselben Bühne stand, hat ein freches, lustiges und herrlich musikalisches Programm konzipiert, das einer Hommage an den deutschen Schlager gleichkam.

Die Lieder des Abends kannte definitiv jeder, rund 50 Schlager wurden in der Show „verarbeitet“ – mancher freilich etwas gekürzt und textlich an die Handlung des Stückes angepasst. Aber es war beste Unterhaltung, die viele Erinnerungen an „Perlen“ des Schlagers hervorrief und die von den sechs Akteuren auf der Bühne auf hervorragende Weise in Szene gesetzt wurde. So fehlten Jürgen Drews „Bett im Kornfeld“ und Connie Francis‘ „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ genauso wenig Tony Holidays Aufforderung „Tanze Samba mit mir“ und Wolfgang Petrys „Wahnsinn“.

Die Handlung des Abends war überschaubar, praktisch eine Geschichte wie ein Schlager: drei Paare, die unterschiedlicher nicht sein können, lernen sich in einem Hotel an der Riviera kennen. Der junge Torben (Dominic Niedenzu) ist mit seiner ersten Liebe, der 17-jährigen Marina (Johanna Wypich)– wie passend für „Marina, Marina“ von Vico Torriani, „Mit 17 hat man noch Träume“ von Peggy March und „17 Jahr, blondes Haar“ von Udo Jürgens - dort, „Schickeria“-Besitzer Johnny (Michael Müller) aus Schwabing kommt mit Freundin Anita (Dalma Viczina) – Costa Cordalis lässt grüßen – angereist. Und dann sind da noch Hausfrau Resi (Yvonne Köstler) und ihr Matheleher-Ehemann Michael (Espen Nowacki), der seine Holde im Laufe des Abends noch standesgemäß – ganz wie Wolfgang Fierek – mit dem Traktor abholen wird.

Knapp zweieinhalb Stunden lang wurde verdeutlicht, dass es keine Lebenssituation gibt, in der ein Schlager nicht passen würde. Und die sechs Sängerinnen und Sänger legten sich auch mächtig ins Zeug, um sowohl gesanglich wie auch schauspielerisch zu glänzen. Die ganze Spiel- und Sangesfreude übertrug sich recht schnell auf Publikum, das sich nicht allzu lange bitten lassen musste, um aufzustehen, mitzusingen, mitzuklatschen und zu tanzen. Besonders geordert wurden die Zuschauer Sandro und Sarah: Er „durfte“ Johanna Wypich bei „Ich will nen Cowboy zum Mann“ huckepack durch den Saal tragen und Sarah sah sich Michael Müller konfrontiert, der in ihr sein „Sugar Baby“ entdeckte.

Über mangelnden Applaus durften sich die Künstler nicht beschweren, sogar musikalischen Nichtigkeiten wie Andreas Gabaliers „Hulapalu“ oder Andrea Bergs „Du hast mich 1000 Mal belogen“ konnten sie mit ihrer Performance Glanz verleihen. Weitere Ohrwürmer waren beispielsweise „Ich will Spaß“, „Major Tom“ oder "Schuld war nur der Bossa Nova“. Das alles war natürlich kein Shakespeare, kein Schiller und kein Goethe, aber durch und durch amüsantes und gut gemachtes Entertainment.

Show-Schöpfer Espen-Nowacki bildet mit Johanna Wypich ein starkes Schlager-Duo.
Mut zum Kostüm ist bei Dominic Niedenzu angesagt: Schließlich geht es ja um "Zwei Apfelsinen im Haar".
Yvonne Köstler, die Wuchtbrumme vor dem Herrn, hat dieselbe Meinung wie Trude Herr: "Ich will keine Schokolade!"
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