07.02.2019 - 18:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Lebensmittel-Vollsortimenter kommt ins NOC

Thomas Schumacher, Bauherr des Nordoberpfalz-Centers in Weiden, lüftet ein erstes Geheimnis: In der Stadtgalerie wird ein Lebensmittel-Vollsortimenter eröffnen. Dafür ist ihm der Beifall der Weidener SPD sicher, die er im NOC empfängt.

Über eine breite Treppenanlage geht es von der Sedanstraße her 1,6 Meter hinunter ins Erdgeschoss des Nordoberpfalz-Centers
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Mit einem Dutzend Gäste rechnet der Fondara-Vorstand. Im Besprechungsraum des bauleitenden Architekten drängen sich dann doch über 30 Genossen. Alle erwarten gespannt auf den ersten Gang durch die Stadtgalerie, die am 26. September eröffnen wird. Niemand wird enttäuscht. Denn niemand erwartet, dass Thomas Schumacher plötzlich die Liste seiner Ankermieter veröffentlicht. Er will den Spannungsbogen hochhalten. „Niemand zeigt seiner Frau, was sie zu Weihnachten bekommt, und packt dann alles wieder weg.“ Acht Wochen vor der Eröffnung werden dann doch die Geschenke ausgepackt.

Eine Art Geschenk haben Schumacher und sein Projektleiter Philipp Hlousek dann doch mitgebracht: Die ersten Keramikstelen nämlich, die die Fassade des NOC in der Sedan,- Weißenburg- und Teilen der Ring- und Goethestraße zieren werden. Auch das Parkdeck erhält in der Sedanstraße, an der Ecke zur Luitpoldstraße sowie in der Wolframstraße im Bereich der Einfahrt diesen besonderen Schmuck. Fast 10 000 Stück kommen in den nächsten Wochen nach Weiden, die kleinsten etwa einen Meter lang und 25 Kilo schwer, die größten 2,20 Meter lang und gut 70 Kilo schwer. Jede einzelne eine Sonderanfertigung einer Spezialfirma in Emmerich/Niederrhein. Sind sie in Weiden, soll man sie bei einem Termin sogar anfassen können.

Schumacher reicht die kleinste Keramikstele weiter. Sie ist richtig schwer. Zehn Reihen hoch geben sie der Fassade ein funkelndes Aussehen. „Anhand des Gewichts versteht man so langsam das Problem: Die Statik der Unterkonstruktion war unterdimensioniert“, erklärt der Bauherr. „Wenn sie ins Rutschen kommt, wird keiner glücklich.“ Die anthrazitfarbenen Granitplatten, die derzeit zu sehen sind, bezeichnet er als „den Unterrock“. Mit den Stelen lege die Stadtgalerie dann ihr Ballkleid an.“

Der Fondara-Vorstand bittet die Weidener, über die gesamte Fassade erst zu urteilen, wenn sie komplett montiert ist. „Sie ist einzigartig. Und das soll sie auch sein als echtes Leuchtturmprojekt. Wer das NOC sieht, soll sofort wissen, dass er in Weiden ist. Wir hoffen, dass es der Mehrheit der Menschen wirklich gefällt. Aber keiner wird sagen, das ist ein ,Glump’. Und billig ist es auch nicht.“ Der Außenbereich rund um die Stadtgalerie sei noch nicht hergestellt, die Beleuchtung und die Brücke zum Parkdeck fehlten noch.

Nicht nur die Keramikstelen kommen, sondern auf 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche auch schon vor fünf Jahren zugesagte Lebensmittel-Vollsortimenter, betont Schumacher. Das Angebot werden weitere Lebensmittler ergänzen.

Info:

Gerüchteküche sorgt für Ärger

„Weiden ist schon ein besonderes Pflaster“, hat Fondara-Vorstand Thomas Schumacher erfahren. Und nicht immer hat er seine Freude damit. Es ist die „üble Gerüchteküche“, die immer wieder aus den selben Ecken und in den sozialen Medien befeuert wird. Und deshalb betont er ausdrücklich: „Das Projekt NOC ist korrekt und komplett durchfinanziert. Wir sind pünktliche Zahler!“ Die Bauverzögerungen hätten schon gleich gar nichts mit der Zahlungsmoral zu tun. Schon eher mit den Gepflogenheiten im Baugewerbe. „Der Zechbau ist da ein ganzer Bautrupp abgehauen. Die Leute hat man dann an zwei Baustellen in Regensburg wiedergefunden.“ Ähnliche Erfahrungen machte übrigens auch die Stadt Weiden bei einem ihrer Großvorhaben, bestätigte Oberbürgermeistermeister Kurt Seggewiß. „Da sind Sie also in guter Gesellschaft.“

Info:

Nachbar verhindert das Multiplex-Kino

Mit dem NOC sind auch gescheiterte Projeke verbunden. Darin erinnert OB Kurt Seggewiß. „Wir würden am 26. September das von so vielen gewünschte Multiplex-Kino in den Obergeschossen der Stadtgalerie eröffnen, wenn ein Nachbar nicht dagegen gewesen wäre.“ Bürgermeister Jens Meyer lobt das Durchhaltevermögen des Investors Fondara: „Andere hätten längst die Segel gestrichen. Aber Fondara hat an seinen Plan geglaubt.“ Mit der Stadtgalerie, so Meyer, komme Weiden endlich als Einzelhandelsstandort im 21. Jahrhundert an. „Das NOC ist ein Glanzpunkt. Es wird große Strahlkraft entwickeln, so dass die Leute wieder zum Einkaufen nach Weiden kommen.“

Info:

Jobbörse für Geschäfte im NOC

Die Verschiebung des Eröffnungstermins der Stadtgalerie gibt den Mietern Luft bei der Mitarbeiter-Akquise. Die Betriebe haben größte Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden. Im Lebensmittelbereich seien kaum Fachkräfte auf dem Markt. Generell sei eine Mitarbeiter-Börse beim Job-Center eingerichtet, berichtet OB Kurt Seggewiß. Die deutliche Aufwertung der Max-Reger- und der Ringstraße mit neuen Geschäften sei bereits eine Auswirkung des NOC, meint Investor Thomas Schumacher.

Durchblicke durchs ganze Haus. Von Untergeschoss bis hinauf ins Dach reichen die Sichtachsen, die die Galerie-Geschosse freigeben.
Eine tragende Rolle: Hildegard Ziegler prüft eine der Keramikstelen. Fast 10000 davon werden die Schauseiten der Stadtgalerie verzieren.
Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Fondara-Vorstand Thomas Schumacher und Bürgermeister Jens Meyer (von links) an den NOC-Visualisierungen.
Blick von drinnen nach draußen in die Postgasse.
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