21.11.2019 - 17:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leer bedeutet nicht immer Leerstand

Einer sprach über Gewerbeflächen, der andere über Steuern und wieder ein anderer beleuchtete ganz einfach die Stimmung. Die Bandbreite bei den Stellungnahmen im städtischen Wirtschaftsbeirat zur aktuellen Lage war groß.

Die Räume der früheren Buchhandlung Stangl sind leer. Von einem Leerstand kann aber keine Rede sein, da eine neue Nutzung bereits feststeht. Hier zieht das Kaufhaus Witt ein.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

So machte der städtische Wirtschaftsförderer Nicola Lahovnik deutlich, dass die Förderung von Innenstadtpotenzialen ein wichtiger Teil der Arbeit sei. Dazu sollen Leerstände und Einzelhandelspotenziale erhoben und ein Konzept für die künftige Entwicklung des Einzelhandels erstellt werden.Ergebnisse werden im zweiten Quartal 2020 erwartet. Bis dahin dürfte zum Beispiel ein Problembereich beseitigt sein, der aktuell leer erscheint, aber keinen echten Leerstand darstellt: die Räume der ehemaligen Buchhandlung Stangl. Hier, in unmittelbarer Nachbarschaft zum NOC soll das Kaufhaus Witt einziehen.

Zu den Gewerbegebieten merkte Lahovnik an, dass weiterhin keine städtischen Grundstücke verfügbar seien. Auch die privaten seien bis auf eines ausverkauft. Gleichzeitig aber sei die Nachfrage nach Gewerbeflächen ungebrochen hoch, so dass West IV dringend benötigt werde. "Zur Überbrückung" vermeldete der Wirtschaftsförderer aktuelle Erfolge bei bislang nicht verkaufsbereiten Grundstückseigentümern und auch Gespräche mit Eigentümern über effizientere Nutzung verliefen vielversprechend.

Für die Kreishandwerkerschaft berichtete Engelbert Schicker, dass der Bau nach wie vor Vollgas gebe. "Wir arbeiten am Anschlag." Ein Problem sei immer noch der Fachkräftemangel. Schicker erwartet für 2020 keine großen Veränderungen."Vielleicht werden die Aufträge aus der Industrie etwas zurückhaltender. Kurz und bündig fiel die Bewertung von Einzelhandelssprecher Stefan Gruhle aus. "Die Zeit ist gut, die Stimmung ist gut."

Auch in diesem Jahr ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter angestiegen, wenn auch nur moderat von 28181 auf 28300.Claudia Wildenauer-Fischer von der Bundesagentur für Arbeit wies ferner darauf hin, dass die gemeldeten Arbeitsstellen ebenfalls weiter zunehmen: im vergangenen Jahr von746 auf 775. Noch eine interessante Zahl: Seit 2015 ist die Zahl der Arbeitslosen nach SGB II von 1116 auf 674 gesunken.

Wildenauer-Fischer pendelt übrigens aus dem Landkreis Schwandorf nach Weiden ein und sie weiß, dass die Max-Reger-Stadt eine attraktive Einkaufsstadt ist. Doch so ihre Beobachtung, in ihrer Wohnregion und anderswo sei dies viel zu wenig bekannt. Vielleicht hilft ja die neue Hashtag-Kampagne vom Stadtmarketingverein. Geschäftsführerin Andrea Schild-Janker stellte "mein Weiden" vor. Oberpfalz-Medien hat darüber bereits ausführlich berichtet.

Eine nach wie vor gute Stimmung vermeldet IHG-Geschäftsführer Florian Rieder. Ablehnend steht die Wirtschaft dem Richtwert von fünf Hektar bis 2030 bei der Flächensparoffensive gegenüber. Diese sei eine Erschwernis für die Kommunen. Rieder betont, dass Flächen sparsam verbraucht würden. "Die Wirtschaft ist kein Flächenfresser."

Keine Probleme mit Fachkräften hat laut stellvertretendem Amtschef Bernhard Schulze das Finanzamt. Von 30 bis 35 Bewerbungen blieben 10 bis 12 in Weiden. Mit der Entwicklung der Steuern zeigte er sich zufrieden. "Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass die Ertragslage schlechter wird."

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