Gäste und Helfer versammeln sich um Pfarrer Dominic Naujoks. Bei Süßigkeiten, Salzstangen und Sekt dankt er den Umstehenden für ihr gesellschaftliches Engagement: Die Bürger der Gemeinde seien Bausteine der Gemeinde. Und auch Stadtrat Hans Blum zollt Anerkennung: "Die Leute hier nehmen Schicksale in die Hand." Am Dienstag haben Hedwig Fröhlich und Karolina Ost von den Maltesern im ehemaligen Clubraum das "offene Trauercafé" eröffnet.
Es sei ihnen wichtig, Hemmungen vor dem ersten Schritt "möglichst gering" zu halten, sagt Fröhlich. "Jeder ist herzlich willkommen." Es habe sie "besonders gefreut", dass bereits an diesem ersten Tag einige "vorbeigeschaut" hätten. Ab sofort stehe das Café allen Interessierten immer dienstags von 15 bis 17 Uhr offen.
Neben der offenen gibt es ab dem 11. Oktober auch eine "feste Gruppe", erklärt Fröhlich. Hier komme es darauf an, zusammenzuwachsen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Trauernde sollen Rückhalt und Vertrauen finden, damit sie sich öffnen können. Bei der Trauerarbeit komme es auf die Begegnung an und darauf, miteinander zu reden. Die Zeit der Trauer sei eine wichtige Zeit. Interessierte sollten sich vorab anmelden, bis zu acht Personen könnten an der Gruppe teilnehmen. Da eine "gewisse Stabilität" nötig ist, sollte der Todesfall nicht weniger als vier Monate zurückliegen. Die "feste Gruppe" trifft sich jeden zweiten Donnerstag im Monat zwischen 18.30 und 20.30 Uhr.
Trauer dürfe kein Tabu-Thema sein, sagt Naujoks. "Trauern ist ganz normal. Das ist kein Verlust, sondern die Lösung."
"Man muss der Trauer einen Raum geben", sagt Karolina Ost. Neben dem Trauercafé gibt es deshalb bereits den "Trauerspaziergang". Dieser findet zweimal jährlich statt. Der nächste Termin ist am 13. Oktober um 13.30 Uhr.
Darüber hinaus sind weitere Angebote vorgesehen. Etwa eine Gruppe für "Trauernde bei Suizidfällen", bei denen die Trauer in der Regel 5 bis 6 Jahre dauere. Zudem eine "Notfalltrauer" für Menschen, die mit ihrer Trauer allein sind. Einmal pro Monat soll nach dem Sonntags-Gottesdienst ein "Kirchencafé" angeboten werden. Außerdem eine "Trauerarbeit für Kinder" sowie für "verwaiste Eltern". (fuw)



















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