03.03.2020 - 14:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Lesementoren-Projekt ins Leben gerufen

Kinder sollen begeistert lesen – doch das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Deshalb gründete sich nun in Weiden das Projekt "Lesementoren".

Vorstand, Schirmherrin und Betreuer engagieren sich für den neugegründeten Trägerverein für das Lesementoren-Projekt.
von Helmut KunzProfil

„Das Wichtigste ist, dass Kinder Bücher lesen, dass ein Kind mit seinem Buch allein sein kann. Dagegen sind Film, Fernsehen und Video eine oberflächliche Erfahrung“, zitierte Viola Vogelsang-Reichl die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Natürlich habe es das Buch heute schwerer, wenn man an die große Konkurrenz denke. Sich berieseln und unterhalten zu lassen, sei ungleich einfacher. Und manche Eltern nähmen hierbei keine Vorbildfunktion ein, so dass manche Kinder nicht mehr flüssig lesen könnten.

Die geschäftsführende Verlegerin von Oberpfalz-Medien hat die Schirmherrschaft des Lesementoren-Projekts übernommen, das am Montagabend in der Regionalbibliothek ins Leben gerufen wurde. Rund 30 Ehrenamtliche gründeten einen Verein. Den Vorsitz übernahm die langjährige Schulleiterin der Albert-Schweitzer-Schule, Evelyn Dineiger. Ihre Stellvertreterinnen sind die Chefin der Regionalbibliothek, Sabine Guhl, und die ehemalige Lehrerin an der Grundschule Vohenstrauß, Gabriele Knobel-Berberich.

„Bildung ist eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung unserer Kinder“, betonte Vogelsang-Reichl. Für Oberpfalz-Medien seien die Themen Leseförderung und Medienkompetenz sehr wichtig. Schulprojekte und die bayerischen Zeitungsverlage bildeten seit langem einen festen Bestandteil des Unterrichts.

Kern des Projekts sei, die Lesebegeisterung von Schülern zu fördern, erklärte der Bildungsmanager des Landkreises Neustadt, Christian Frey, der auch die Satzung vorstellte. Der soeben gegründete Verein übernehme die Trägerschaft des Lesementoren-Projekts. Zwei Jahre lang habe es von der Idee bis zur Umsetzung gebraucht. An den Start gehen würden die Lesementoren ab dem kommenden Schuljahr. Das Projekt richte sich an Grund- und Mittelschulen. Welche Schüler in den Genuss dieser Eins-zu-Eins-Betreuung (pro Mentor ein Kind) kämen, regelten die betroffenen Schulen selbst.

„Dafür suchen wir ehrenamtliche Lesementoren.“ Am 28. Mai gebe es dazu im Verlagsgebäude von Oberpfalz-Medien eine Auftaktveranstaltung zum Zweck, weitere Mentoren zu rekrutieren, sagte Freys Weidener Kollegin Julia Lenhart. Im Bundesverband Lesementoren hätten sich bereits 80 Kommunen zusammengeschlossen. „Deutschlandweit wurden bisher 16500 Schüler betreut." Lenhart: „Die positiven Ergebnisse sind ziemlich eindeutig.“

„Die Kinder melden sich mehr, beteiligen sich stärker am Unterricht und werden selbstbewusster.“ Was sich in der Folge auch auf andere Fächer auswirke. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, der gemeinsam mit Landrat Andreas Meier, dem Vorstandssprecher der Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz Bernhard Wolf und Schulrätin Margit Walter zum Beisitzer bestimmt wurde: „Leseförderung ist eine ganz wichtige Geschichte. Ich werde mich auch persönlich in diese Arbeit einbringen.“

„Wir bieten Kurse und Workshops für angehende Mentoren an“, berichtete Bildungsmanagerin Lenhart. Vermittelt würden Lesedidaktik oder wie man die Freude am Lesen weckt und mit schwierigen Situationen umgeht. „Ich denke, die Kinder werden auch, sobald das Vertrauen aufgebaut ist, das eine oder andere Persönliche erzählen. Und da stellt sich dann schon die Frage: Wie gehe ich als Ehrenamtlicher damit um?" Eine pädagogische Vorbildung sei „nett“, aber keine Voraussetzung.

Koordinatorin für den westlichen Landkreis wird Knobel-Berberich sein. Für den westlichen Landkreis hat sich der ehemalige Schulleiter des Eschenbacher Gymnasiums und Schriftführer Knut Thielsen empfohlen. Vorsitzende Dineiger wird sich um Weiden kümmern. Zur Schatzmeisterin wurde Sabine Weiß gewählt. Cornelia Treml und Christian Frey prüfen die Kassen. Vereinssitz ist die Regionalbibliothek. Der Wirkungskreis: Weiden und Landkreis Neustadt.

Für Schulen und Lehrer sei die Vorgangsweise gar nicht so einfach, räumte Frey ein. „Die dürfen nicht an die Schüler herantreten und ihnen befehlen: Du machst das!“ Eine Verpflichtung gehe also gar nicht. Die Mitwirkung der Kinder am Projekt sei nur mit Einwilligung der Eltern möglich.

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