Der Vorsitzender Hermann Stadler unterstrich das Recht auf freie Meinungsäußerung, das beileibe kein Luxusgut sei. Die uneingeschränkte Pressefreiheit sei ein Grundpfeiler des Staates und müsse mit aller Macht verteidigt werden. Aber die eingeschränkte Pressefreiheit sei nicht nur ein Problem in autokratischen Staaten. „Auch in immer mehr Demokratien ist die Freiheit bedroht.“
Es kann vorkommen, dass Interviews vor ihrer Veröffentlichung von den Interviewgebern abgesegnet werden wollen, berichtete Kandziora. Was aber nicht die Regel sei. Besonders Landes- und Bundespolitkern fänden es immer attraktiver, vorher gegenzulesen. Dies habe er selber schon erlebt, auch wenn ihm das nicht gefalle, berichtete Jürgen Kandziora im „Cafe Mitte“.
Von Seiten der KAB-Mitglieder kam die Anregung, Zeitungsredakteure verstärkt in die Schulen zu schicken, was auch im Sinne der Politik sein sollte. Denn die Medienkompetenz, gerade bei Schülern und jüngeren Menschen, lasse gewaltig nach. „Medienkunde müsste an den Schulen ganz anders behandelt werden“, sagte Alfons Ernstberger. „Der Umgang mit Medien wäre wichtiger, als so manche andere Schulstunde.“ Es gehe um den Erhalt unserer Demokratie.
Was auch Zustimmung bei Kandziora fand. „Es passiert regelmäßig, dass sich bei mir jemand meldet und sich beschwert, dass der Zeitungskommentar nicht objektiv war.“ Viele Menschen meinten nämlich, ein Kommentar habe objektiv zu sein. „Nein, der spiegelt nur die Meinung des jeweiligen Redakteurs wider.“ Das Leseverhalten habe sich grundlegend geändert. „Viele Konsumenten wollen in Echtzeit lesen.“ Eine heikle Sache. Man denke nur an die unübersichtliche Berichterstattung beim München-Attentat. „Aber der Zwang für die Medien ist da.“
Der Umgangston sei rauer geworden. „Mit der Zeit weiß man als Redakteur aber, damit umzugehen.“ Es komme immer mal vor, dass der Verlag Betroffene in die Redaktion einlade, um über ein bestimmtes Thema mit dem zuständigen Redakteur zu reden. Nicht jeder Einladung werde Folge geleistet. Manchmal klopfe auch der Rechtsanwalt an.
Ebenfalls thematisiert wurde die Frage nach der Nennung der Nationalität in der Berichterstattung. „Das kommt auf die Schwere der Straftat an“, sagte Kandziora. Man halte sich hierbei streng an den Pressekodex.
Ein weiterer Punkt war das Recht am eigenen Bild. Oberpfalz-Medien stellten keine Kinderfotos ins Netz, wenn nicht die Erlaubnis für eine Veröffentlichung vorher geklärt worden sei. „Die Leute lassen sich nicht mehr so gerne fotografieren.“ Persönlich glaube er, dass die Dummen die Kinder seien. Schulen seien gefordert, die Zustimmung der Eltern einzuholen. "Diese Institutionen werden durch Mehrarbeit gestraft." Auch das sollte man bedenken: Wie mache man einem siebenjährigen Kind klar, dass alle Klassenkameraden aufs Bild dürften, nur es selber eben nicht?








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