Weiden in der Oberpfalz
27.09.2026 - 11:32 Uhr

Mäc Härder bringt den "Kulturbahnhof" in Weiden zum Lachen

Der fränkische Kabarettist Mäc Härder gastierte am Samstagabend im "Parapluie" in Weiden. Mit fränkischen Schmankerln und schrägen Alltagsbeobachtungen nahm er sein Publikum mit in die neue Freiheit nach Jahren der Familienpflichten.

Mäc Härder aus Franken erklärt den Oberpfälzern seine Sicht der Dinge. Bild: Helmut Kunz
Mäc Härder aus Franken erklärt den Oberpfälzern seine Sicht der Dinge.

Wenn Mäc Härder nicht gerade die sieben Weltmeere bereist, Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen unterhält oder sich in Australien einen Gürtel kauft, der später in Weiden seine knallbunte Anzughose über der Hüfte halten soll, ist der Franke vor allem eines: auf Kleinkunstbühnen unterwegs. Am Samstagabend machte er Station im "Kulturbahnhof Parapluie" in Weiden und präsentierte seinem Publikum seinen neuen Kosmos.

Es ist die große Freiheit, die er preist. Die Kinder sind aus dem Haus, die Ausbildungskosten bezahlt, die Wohnung gehört wieder einem selbst und endlich muss niemand mehr beim Fernsehen das Bier und den Rotwein verstecken. Auch auf die Schulferien muss beim Urlaub keine Rücksicht mehr genommen werden. "Endlich wieder frei. Endlich wieder Zeit für sich."

Ganz ohne Probleme ist Härders neues Leben allerdings nicht: Der Computer streikt, das Handy macht nicht, was es soll und plötzlich ist niemand mehr da, der die technischen Schwierigkeiten löst. Dafür steht der Sekt schon kalt. "Jetzt kann die Party beginnen."

Mit sprudelnder Leichtigkeit arbeitete sich Härder durch die Widersprüche des modernen Lebens. Kurz vor der Pause suchte er vier "intelligente und sensible Männer" für einen kleinen Bühnenauftritt. Vergeblich. Denn, so seine Diagnose: "Entweder ist der Mann intelligent, dann ist er nicht sensibel oder er ist sensibel, dann ist er aber nicht intelligent."

Auch die Arbeitswelt bekam ihr Fett weg. Dort gelte inzwischen: „Lebe den Moment, gib gleichzeitig 200 Prozent und sei besser als deine Mitarbeitenden." Geld sei zwar nicht wichtig, "aber es hält die Beziehung zu den Kindern aufrecht". Überhaupt sei Geld das große Tabuthema. "Wenn dir jemand erzählt, wie viel er verdient, dann denkst du dir zweierlei: Warum sagt er das einfach so? Und: Das stimmt doch sowieso nicht."

"Liebe Alte, liebe Ältinnen", begrüßte Härder das Publikum. Denn auch die Generation 60 plus kam nicht ungeschoren davon. Härders "Senioren-Navi" weiß nämlich mehr als nur Entfernung und Fahrzeit: "Es sagt dir auch, was du dort wolltest."

Herrlich fränkisch wurde es bei seinen Seitenhieben auf andere Länder und Regionen. Österreich, fand er, sehe geografisch aus wie ein Schnitzel und fühle sich an wie ein Land mit einem 85-jährigen Kaiser an der Spitze. Und für alle, die Austria und Australia verwechseln, hatte er ebenfalls eine Erklärung parat: "Österreich ist wie ein Känguru: Große Sprünge und nichts im Beutel."

So wurde der Abend zu einer heiteren Reise durch Alltag, Arbeitswelt, Alter, Reisen und die kleinen Absurditäten des Lebens. Mäc Härder bewies dabei einmal mehr, dass man für gute Laune weder Kreuzfahrtschiff noch Fernreise braucht. Manchmal reicht eine kleine Bühne, ein fränkischer Blick auf die Welt und ein Publikum, das gerne lacht.

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