Ein ausverkauftes Haus und gespannte Erwartung: Am Mittwochabend zeigte Martina Schwarzmann in der Max-Reger-Halle in Weiden, warum sie zu Bayerns beliebtesten Kabarettistinnen zählt. Ihr Programm "Macht, was sie will" ist dabei weniger eine Ansage als ein Versprechen. Und genau das löst sie ein.
Die Bühne bleibt schlicht: Stehtisch, Barhocker, ein Glas Wasser. Dann kommt sie, mit Gitarre, strengem Blick und ihrer unverwechselbaren Mischung aus Respektsperson und Dorfbekanntschaft. Ein kurzes "Schön, dass ihr da seid" genügt.
Immer wieder greift Schwarzmann ihre Herkunft aus der Landwirtschaft auf. Geschichten vom Hühnerstall, vom Eierholen oder vom Dorfleben gehören fest dazu. "Ob ihr ein Einser-Abi habt’s oder nirdamal an Quali: I spuil für alle!", ruft sie. Genau dieses Gefühl vermittelt sie auch.
Ihre Erzählungen wirken spontan: vom Kurztrip nach Berlin bis zu frühen Auftritten, bei denen sie sich "mit der Gesamtsituation überfordert" fühlte. Besonders in Erinnerung bleibt ein skurriles Engagement im Striptease-Ambiente.
Zwischendurch singt sie leise, schräg und treffsicher. Sie erklärt etwa den neuen Edeka-Laden im Dorf zum "Kulturzentrum" oder spottet über Whats-App: "Mit dem Handy hamm’s manchen Leit so ins Hirn neig’schissen, dass für was anderes koa Plotz mehr is."
Auch bei der Partnersuche kennt sie keinen Schonraum. Früher sei man mit dem Mofa unterwegs gewesen "und dann war jede hübsch". Heute entscheide ein Blick aufs Parship-Profil. Trocken kommentiert sie die Absurditäten der Gegenwart.
Einen kurzen Gastauftritt liefert Stefan Kröll, der sein kommendes Programm ankündigt. Am Ende bleibt ein Abend ohne große Effekte, aber mit viel Herz. Schwarzmann sitzt, erzählt, singt und trifft ins Schwarze. Der lang anhaltende Applaus bestätigt: Sie hat gehalten, was der Titel verspricht.




















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