Der Mann spricht besser Deutsch als mancher gebürtige Deutsche. Wegen seiner 1,92 Meter Größe passte der Finne Martti Mäkkela am Freitagabend beim Schaufensterkonzert nicht wie geplant in die Auslage der "Milchbar". So beeindruckte der Hüne sein Publikum wenige Zentimeter vor dem Fensterbrett mit einer Staffelei im Rücken, mit Gitarre und Bouzouki und seinen sehr intensiven, oft sperrigen Songs. Mäkkela gilt als einer, der alle Scheuklappen weggerissen hat und seit Jahren störrisch am Mainstream vorbeischlürft. Was ihm irgendwann den Kulturpreis der Stadt Nürnberg einbrachte.
Dass der Finne nichts für die breite Masse ist, wurde den Zuhörern schnell deutlich. Sein Musikstil war viel zu eigenbrödlerisch, pendelte irgendwo zwischen Folkpunk-Attüde, Geschichtenerzähler-Tradition und abgerockter Unterhaltungskunst. Er spielte markige, kantige Lofi-Folk-Hymnen. Oder, anders ausgedrückt: Mäkkela bot das ganz Besondere – das schwungvolle Roadmovie seines eigenen Lebens. Und dabei sorgte er für gute Laune.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.