Weiden in der Oberpfalz
08.12.2019 - 14:21 Uhr

Martti Mäkkela: Zu groß fürs Schaufenster

Beim Schaufensterkonzert muss die "Milchbar" improvisieren. Mit seinen 1,92 passt der finnische Folkie nicht so recht in die Auslage. Und, wie sich zeigt, in eine musikalische Schublade erst recht nicht.

Der Finne Martti Mäkkela beim Schaufensterkonzert in der "Milchbar". Bild: Kunz
Der Finne Martti Mäkkela beim Schaufensterkonzert in der "Milchbar".

Der Mann spricht besser Deutsch als mancher gebürtige Deutsche. Wegen seiner 1,92 Meter Größe passte der Finne Martti Mäkkela am Freitagabend beim Schaufensterkonzert nicht wie geplant in die Auslage der "Milchbar". So beeindruckte der Hüne sein Publikum wenige Zentimeter vor dem Fensterbrett mit einer Staffelei im Rücken, mit Gitarre und Bouzouki und seinen sehr intensiven, oft sperrigen Songs. Mäkkela gilt als einer, der alle Scheuklappen weggerissen hat und seit Jahren störrisch am Mainstream vorbeischlürft. Was ihm irgendwann den Kulturpreis der Stadt Nürnberg einbrachte.

Dass der Finne nichts für die breite Masse ist, wurde den Zuhörern schnell deutlich. Sein Musikstil war viel zu eigenbrödlerisch, pendelte irgendwo zwischen Folkpunk-Attüde, Geschichtenerzähler-Tradition und abgerockter Unterhaltungskunst. Er spielte markige, kantige Lofi-Folk-Hymnen. Oder, anders ausgedrückt: Mäkkela bot das ganz Besondere – das schwungvolle Roadmovie seines eigenen Lebens. Und dabei sorgte er für gute Laune.

 
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