28.02.2020 - 15:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Masernimpfpflicht gilt für fast alle

Ab dem 1. März gilt eine Impfpflicht gegen Masern. Nicht nur Kinder, auch einige Erwachsenengruppen müssen nachweisen, dass sie immun gegen die Krankheit sind.

Die Masern-Impfpflicht tritt am 1. März in Kraft.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Die gesetzliche Impfpflicht gegen Masern gilt an Schulen, Kindergärten und Kitas sowie in medizinischen Einrichtungen und in Gemeinschaftsunterkünften. "Es ist wichtig, dass Eltern auch ihren eigenen Impfschutz überprüfen. Denn es gibt nach wie vor Impflücken in der Bevölkerung", sagt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml laut Mitteilung. In Bayern lag die Impfquote laut Ministerium zuletzt bei 96,7 Prozent für die erste und bei 92,3 Prozent für die zweite Masernimpfung bei der Schuleingangsuntersuchung.

Was gilt für Kinder?

Die Impfpflicht gilt für fast alle - ausgenommen sind Kinder unter einem Jahr. Bei Eintritt in Kita oder Schule müssen Eltern ab dem 1. März vorweisen, dass der Nachwuchs geimpft ist. In der Regel reicht die Vorlage des Impfpasses. Für die Kontrolle zuständig ist die Schul- oder Kita-Leitung. Für Kinder, die schon in der Kita oder der Schule sind, muss der Impfnachweis bis 31. Juli 2021 nachgereicht werden. Möglich ist ein Attest, das belegt, dass das Kind die Masern schon hatte und damit immun ist oder eine Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht ratsam ist.

Was passiert Eltern, die ihr Kind nicht impfen lassen wollen?

Dann wird der Nachwuchs nicht in der Kita aufgenommen, sonst droht der Kita-Leitung ein Bußgeld. Von der Schule können ungeimpfte Kinder nicht ausgeschlossen werden. Es können aber hohe Bußgelder bis zu 2500 Euro gegen die Eltern verhängt werden.

Für welche Erwachsenen gilt die Impfpflicht?

Für Erzieher in Kitas, Lehrer, Tagesmütter und Beschäftigte in medizinischen und sonstigen "Gemeinschaftseinrichtungen" und deren Bewohner. Ausgenommen sind vor 1970 Geborene, da sie nach Angaben des Robert-Koch-Instituts als größtenteils immun gelten, weil sie die Masern höchstwahrscheinlich hatten. Denn eine Impfung wurde erst in den 1970er Jahren eingeführt.

Es wird aber auch gegen andere Krankheiten geimpft?

Es wird bei der Masernimpfung gleichzeitig auch gegen andere Krankheiten geimpft. Es gibt die Dreifachimpfung "Mumps-Masern-Röteln" und die Vierfachimpfung "Mumps-Masern-Röteln-Varizellen". Auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts heißt es, dass der Impfstoff eines Herstellers erst ab März wieder lieferbar sei. Laut Dr. Roland Brey vom Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach und seinem Kollegen Dr. Thomas Holtmeier vom Gesundheitsamt Neustadt/WN gibt es gleichwertige Ausweichmöglichkeiten.

Wie viele haben sich infiziert?

Das Robert-Koch-Institut zählt für die ersten fünf Wochen des Jahres 2020 15 neue Fälle. Die meisten davon kommen aus Baden-Württemberg. Im gleichen Zeitraum 2019 waren es noch 102 Infizierte.

Info:

Impfquote in der Region fast erreicht

„Kinder sind bei uns sehr gut geschützt“, sagt Dr. Roland Brey, Leiter des Gesundheitsamts im Kreis Amberg-Sulzbach. In der Vergangenheit habe es nur wenige Einzelfälle von Masern gegeben, die Krankheit konnte sich jedoch nicht ausbreiten. „Ich rechne auch nicht damit, dass wir große Probleme mit Impfverweigerern haben“, sagt Brey. In Südbayern seien die Menschen Impfungen gegenüber kritischer eingestellt als in Nordbayern, weiß er.

In Amberg liegt die Quote nach der zweiten Impfung bei 93 Prozent. Erst wer zweimal geimpft wurde gilt als vollständig geimpft. Die vorgeschriebene Grenze dafür liege laut Brey bei 95 Prozent. In Neustadt/WN waren 94 Prozent der Kinder bei der Einschulung 2017 zweimal geimpft. Im Kreis Neustadt/WN kann Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamts, beobachten, dass der Anteil derjenigen Kinder, die vollständig gegen Masern geimpft sind, in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Im Schuljahr 2007/2008 waren es demnach 88 Prozent.

Weitere Informationen zu Masern beim bayerischen Gesundheitsministerium

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