30.09.2018 - 12:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Meisterhaftes in schönster Harmonie

Ein Kunstgenuss ersten Ranges war das Kammerkonzert im Zuge der Max-Reger-Tage im Maria-Seltmann-Haus. Im vollbesetzten Saal gastiert mit dem "Nimrod-Trio" ein international besetztes Ensemble.

Die Musiker des Nimrod-Trios: (von links) Christophe Horak (Violine), Francesca Zappa (Viola) und Ulrike Hofmann, Violoncello.
von FSBProfil

Der in Neuchâtel geborene Schweizer Christophe Horak spielte auf einer Goffriller-Violine aus dem Jahr 1719. Seit 2009 ist er Stimmführer der Zweiten Violinen bei den Berliner Philharmonikern. Bratschistin Francesca Zappa erhielt mit sieben Jahren ihren ersten Unterricht in ihrer Heimatstadt Florenz an der "Scuola di Musica di Fiesole". Sie studierte in Deutschland Musik, nahm an etlichen Meisterkursen bekannter Viola-Spieler und an zahlreichen europäischen Festivals teil und wirkte mehrmals in Konzerten bedeutender Orchester mit. Seit 2015 ist sie Praktikantin beim "MDR Symphonieorchester Leipzig".

Die gebürtige Vohenstraußerin Ulrike Hofmann absolvierte als Cellistin ihr Studium in Berlin und Prag, ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe, musizierte im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie oder der Carnegie Hall in New York und unterrichtet im Rahmen von Meisterkursen in Italien. Derzeit arbeitet sie mit dem "Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR" und dem "Chamber Orchestra of Europe".

Alle drei zusammen erwiesen sich als klangliche Einheit höchster Güte und individuelle Meister ihrer Instrumente. Ensembleleiter Horak entlockte seiner Violine immer wieder die höchsten Töne im Allegro und Presto, Bratschistin Zappa tauchte hingebungsvoll in ihre Musik ein und Cellistin Hofmann war die Liebe zu ihrem Instrument auch in Mimik und Gestik anzumerken. Dieser Hörgenuss wurde noch gesteigert durch die treffende Auswahl der Stücke und das wohlige Ambiente des Saals an einem sonnigen Frühherbsttag.

Zunächst stand Ludwig van Beethovens "Serenade für Streichtrio in D-Dur, op. 8" auf dem Programm, eines von zwei abendlichen Ständchen des Komponisten mit mehreren Sätzen. Einem bewegten "Marcia" in Allegro folgte ein beschauliches Adagio und ein munteres Allegretto mit Staccato- und Pizzicatotönen. Im Wechsel mit einem melancholischen Adagio in Moll stand ein heiteres Scherzo, gefolgt vom "Allegretto alla Pollacca" und einem "Thema mit Variationen". Den Mittelteil des Konzerts bestimmten die "Variationen über ein bayerisches Volkslied" von Richard Strauss: "As Dearndl is hart auf mi". Hier führte die Geige zu Beginn in dunklen Tönen ein und ergriff dann die Melodie, die abwechselnd von den anderen Streichern aufgenommen und vielfältig melodisch abgewandelt wurde.

Die Veranstaltung endete mit dem "Streichtrio Nr. 1 in a-Moll, op. 77b" aus dem Jahr 1904, einem anspruchsvollen Werk Regers. Nach dem aufwühlenden, die Töne lang aushaltenden Sostenuto erklangen ein träumerisches Larghetto, ein spielerisches, tänzerisches Scherzo mit einem lebhaften Trio sowie abschließend ein bewegtes Allegro.

Damit gelang es bestens, zum Ziel des Festivals beizutragen: Regers Musik den Zuhörern nahe zu bringen. Diese dankten es den Akteuren mit anhaltendem Beifall, der mit einer Zugabe belohnt wurde, dem Menuett aus Beethovens Serenade. Unter den begeisterten Zuhörern auch Kulturamtschefin Petra Vorsatz, die der ehemaligen Bürgermeisterin Elisabeth Kraus zum 83. Geburtstag gratulierte und für die Arbeit zum Wohle der Stadt dankte.

Das Nimrod-Trio überzeugt bei den Max-Reger-Tagen.
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