Sein Wecker klingelt morgens um 4 Uhr – und das seit 16 Jahren. Eineinhalb Stunden später wünscht Markus Pleyer seinen Hörerinnen und Hörern einen guten Morgen. Er ist der "Muntermacher" bei Radio Ramasuri. Schon als Kind moderierte er für sich selbst die Charts an, erzählt der 50-jährige Weidener im Podcast "Kulturkiosk". Er mimte den Quizmaster oder versuchte sich an Fußball-Reportagen. "Das hab ich aber heimlich für mich gemacht – und immer sehr leise gesprochen. Ich wollte nicht, das meine Eltern das hören." Unterhalten wollte er aber schon immer, erzählt er.
Vor seiner Karriere beim Radio hat er sich bei den EDV-Schulen in Wiesau zum Datenverarbeitungskaufmann ausbilden lassen. Schnell hat er aber gemerkt: Das ist nichts für ihn. Wie er dann zum Radio kam? Durch einen Zufall. "Während meines Zivildienstes bei der DJK Weiden haben Arbeiter vor dem Haus immer den damals noch neuen Sender Ramasuri gehört." Ein Praktikum, und schon war er dabei.
Kulturkiosk Folge 7 mit Markus Pleyer
Vorbild: Karl Valentin
Seine großen Vorbilder? Fredl Fesl, Karl Valentin, Heinz Erhard. "Das habe ich als Kind aufgesogen." Und es hat seine Spuren hinterlassen: Ob als Moderator oder beim Impro-Theater ist er bekannt für seinen Sinn für Humor, Sprache und Wortspiele. Vor 22 Jahren wurde er schließlich auch genau dafür mit einem Hörfunkpreis der Landeszentrale für neue Medien ausgezeichnet. Zusammen mit dem damaligen Radio-Kollegen Andreas Holz produzierte er über 200 Folgen der Radio-Comedy "Erwin und Franz". "Anfangs hießen wir 'Die zwei von der Polizei' – aber nur so lange, bis sich die Polizei darüber beschwert hat." Pleyer – alias Franz – lacht. Noch heute schwärmt er von der Preisverleihung: "Die Laudatio müsste ich mir eigentlich ausdrucken, einrahmen und über das Bett hängen." Bei der Comedy seien Anleihen von Gerhard Polt und Karl Valentin zu hören, hieß es da. "Vor allem Karl Valentin ist für mich einer der Größten. Das war eine große Ehre."
Zerlegte Hühner
Bühnenluft schnupperte Pleyer schon beim Schultheater. Schließlich habe ihn das Landestheater Oberpfalz (LTO) aber bei der Krimikomödie "Arsen und Spitzenhäubchen" wieder auf die Bühne zurückgebracht. Vielen Zuschauern in Erinnerung geblieben sein dürfte er vor allem auch als Hitlers irrer Handlanger Himmlischst in der vom LTO inszenierten Groteske "Mein Kampf", wo er gegen Ende des Stücks schauderhaft und eindrücklich ein Suppenhuhn auf der Bühne zerlegte. Aktuell zu sehen ist Pleyer beim Ovigo-Theater in der Rolle des "Chilwell" beim Krimi-Dinner "Die spektakuläre Freakshow des Mister Gonzalez". Spricht er übers Theater, fängt er beinahe an zu Schwärmen: "Nach ein paar Wochen Proben ist aus der Besetzung meist eine Familie geworden – und nach der letzten Vorstellung bricht das alles wieder auseinander. Das ist jedes mal ein seltsames Gefühl, das mich auch traurig macht."
Aber nicht nur auf Oberpfälzer Theaterbühnen taucht Pleyer immer wieder auf, ab Herbst wird er auch im Kinofilm "Schweigend steht der Wald" zu sehen sein – neben Schauspiel-Größen wie August Zirner und Robert Stadlober. "Die Zusammenarbeit kam durch einen Zufall zustande", erinnert sich Pleyer. Zu dem Film ist er in erster Linie nicht als Schauspieler, sondern als Dialektberater und Oberpfalz-Coach gekommen: Er übersetzte das Drehbuch ins Oberpfälzische, sprach den Text ein und half bei den Dreharbeiten, den Schauspielern den Dialekt seiner Heimat näher zu bringen. Das sei ab und an auch nicht ganz einfach gewesen, verrät er. "Ich selbst habe den Film aber auch noch nicht sehen dürfen." Die Spannung steigt also.
Zur Person
- Moderator: Morgens von 5.30 bis 10 Uhr bei Radio Ramasuri
- Theaterdarsteller: Landestheater Oberpfalz (LTO) und Ovigo-Theater
- Lieblingswitz: Unterhalten sich Zwei über den Tod. Sagt der eine: "Ich möcht' mal so sterben wie mei Großvater, der ist einfach eingschlafn und nimmer aufgwacht." Sagt der andere: "Ich möchte auf keinen Fall so sterben wie mei Großvater." – "Wie is na der gstorbn?" – "Der is neben deinem Großvater im Auto gesessn wie der eingschlafn is."













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