Nach der Sommerpause ging die „Live Stage“ im „Kulturbahnhof Parapluie“ in Weiden in ihre zweite Runde. Für den passenden musikalischen Neustart sorgte am Freitagabend die „Fullhouse Blues Gang“ aus dem Großraum Regensburg. Die fünf erfahrenen Musiker hatten Blues, Rhythm’n’Blues und Rock’n’Roll im Gepäck. Und natürlich jede Menge Spielfreude.
Dass Blues weit mehr sein kann als ruhige, melancholische Musik, zeigte sich schon bald nach Beginn des Konzerts. Die Band ließ es immer wieder ordentlich krachen und wechselte dabei mühelos zwischen treibenden Rhythmen, markanten Gitarrenriffs und entspannten Bluespassagen. Dabei klang nichts geschniegelt oder künstlich poliert. Im Mittelpunkt stand handgemachte Musik mit Ecken und Kanten.
Eine besondere Farbe steuerte Bluesharper Jochen Andree bei. Seine Mundharmonika verlieh den Stücken eine unverwechselbare Würze. Mal setzte er feine Akzente, mal drängte sich sein Instrument kraftvoll nach vorn. Gerade in den bluesigen Passagen wurde deutlich, welchen Anteil er am charakteristischen Sound der Band hatte.
Ernst Bräutigam war der Frontmann. An der Gitarre sorgte Martin Dietl für druckvolle Riffs und bluesige Soli. Rudi Bayer am Bass und Schlagzeuger Hermar Weiß lieferten dazu das stabile rhythmische Fundament. Die langjährige Erfahrung der Musiker zeigte sich nicht zuletzt darin, dass sie auch bei kräftigeren Nummern immer den nötigen Raum für spontane musikalische Momente ließen.
Auf der Setlist fanden sich unter anderem „Harmonica Boogie“, „Key to the Highway“, „Workin’ Man Blues“ und „Caledonia“. Auch „Wild Nights“ durfte an diesem Abend nicht fehlen. Die Stücke führten musikalisch zurück zu den großen Namen des Blues und Rhythm’n’Blues. Material gab es von B.B. King über Ray Charles bis hin zu Stevie Ray Vaughan.
Dabei ging es der Band nicht darum, die Vergangenheit einfach zu kopieren. Die bekannten Einflüsse wurden vielmehr mit einer eigenen Note versehen. Gerade diese Mischung aus Vertrautem und Eigenständigem machte den Auftritt abwechslungsreich.
Am Ende blieb vor allem eines hängen: Blues funktioniert auch nach Jahrzehnten noch unmittelbar. Wenn er mit solcher Energie und Spielfreude auf die Bühne gebracht wird, braucht es dafür weder große Effekte noch viel Drumherum. Ein paar Gitarren, eine Mundharmonika, eine starke Rhythmusgruppe. Dazu Musiker, die ihren Blues leben.



















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