01.03.2020 - 16:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mosaik - über Karriere, Musik und neue Pläne

Seine Texte schrieb er in zwei Stunden, verarbeitete Herzschmerz und Erfahrungen in seinen Liedern und dachte, dass eine Karriere als Rapper sein größter Traum wäre. Ein paar Jahre später ist für Konstantin Franz vieles anders.

Zeiten ändern sich. Auch bei Künstler Konstantin Franz.
von Laura Schertl Kontakt Profil

ONETZ: Wie hat es mit dir und der Musik angefangen?

Mosaik: Als Kind wollte ich immer ein Instrument spielen, war aber zu untalentiert. Lediglich für Flöte hat es gereicht. Der Traum vom Musiker ist aber jahrelang geblieben, Sänger war ich aber auch nicht. Da ist Rap das Auffangbecken und ich habe schon immer gern mit Sprache gearbeitet. Im Schulunterricht habe ich dann mit einem Freund aus Spaß ein paar Zeilen schrieben. Das war vor neun Jahren.

ONETZ: Was bedeutet dein Künstlername Mosaik?

Mosaik: Ein Mosaik ist ein Bild aus vielen Einzelzeilen. Scherben, wenn man so will. Ich greife gern Zeilen auf, nutze Metaphern, die dann bruchstückhaft zusammen zu einem Bild werden. Tatsächlich habe ich den Namen aber gar nicht bewusst so ausgewählt. Das die Deutung so gut zu mir passt, ist mir erst im Nachhinein aufgefallen.

ONETZ: Wie viele Alben hast du bisher veröffentlicht?

Mosaik: Ich habe aktuell drei richtige Alben auf Spotify. Aber auch schon vorher habe ich Alben aufgenommen. Insgesamt sind es sieben.

ONETZ: Was drückst du in deinen Liedern aus?

Mosaik: Am Anfang habe ich viel Persönliches in meinen Songs verarbeitet, jetzt achte ich eher auf Ästhetik und den künstlerischen Wert. Ich verbinde moderne Musik mit Lyrik. Musik muss wieder zur Kunst werden, finde ich. Aktuell ist es eher ein Konsumgut.

ONETZ: Erinnerst du dich noch an eine persönliche Erfahrung, über die du geschrieben hast?

Mosaik: Das war das Album „Bon Voyage“. Anfang 2019 hat mit ein österreichisches Label die Chance geboten, nach Berlin zu ziehen und dort mit einem meiner Lieblings-Künstler aufzunehmen. Ich hätte mein Studium abbrechen, nach Berlin ziehen und mein Leben hier aufgeben müssen. Das Album ist entstanden, als ich darüber nachgedacht habe. Letztlich habe ich mich gegen das Angebot und für den braven Weg entschieden. „Bon Voyage“ ist dann am 11.11.2019 erschienen.

ONETZ: Wann und wie schreibst du deine Texte?

Mosaik: Das hat sich total verändert. Damals habe ich mich gezielt zwei Stunden hingesetzt und mir aktiv Zeit genommen, um zu schreiben. Heute sammle ich über eine relativ lange Zeit hinweg Ideen, Skizzen, alles was mir einfällt. Seit zwei Jahren produziere ich mit ein paar Leuten aus dem Studium selbst, das dauert dann natürlich viel länger. Aber dadurch, dass die Texte viel länger liegen hat man die Möglichkeit noch daran zu feilen.

ONETZ: Was war dein persönliches Highlight in deiner Karriere?

Mosaik: Das war definitiv „Band der Woche“ bei Puls zu sein. Ein besonderer Auftritt. Da sind sieben Kameras auf dich gerichtet und man hat nur drei Versuche. Der Leistungsdruck ist entsprechend hoch. Dazu kam, dass mein Gitarrist schon länger nicht mehr gespielt hatte und es war mitten in der Klausurenphase. Außerdem ist das Umfeld ganz anders, viel professioneller. Aber es hat super viel Spaß gemacht, ich bin auch öfter darauf angesprochen worden.

ONETZ: Wie vereinst du deine musikalische Karriere und dein Studium?

Mosaik: Während ich meinen Bachelor gemacht habe, ging die Musik tatsächlich vor und ich habe vieles im Studium schleifen lassen. Die Chance mit Berlin hat vieles verändert. Ich hätte mich aktiv für die Musik entscheiden können, wollte es dann aber nebenberuflich machen. Zum Studium habe ich jetzt eine bessere Beziehung. Vorher war es oft stressig, weil ich Klausuren verschoben habe und Musik und Studium schwer zu vereinbaren war. Wenn ich jetzt Stress habe, mache ich keine Auftritte. Hätte man mir das vor zwei Jahren gesagt, ich hätte demjenigen den Vogel gezeigt.

ONETZ: Du wirst oft erkannt. Wie gehst du damit um?

Mosaik: Seit „Bon Voyage“ werde ich in Regensburg schon häufiger erkannt. Gerade, wenn ich abends weggehe. Das ist manchmal strange, aber auch cool. Ich hatte sogar mal eine Dozentin, die mich vor dem Seminar auf meine Musik angesprochen hat.

ONETZ: Was war dein bester und schlechtester Auftritt?

Mosaik: Das beste war das Release Konzert von „Bon Voyage“ in der Alten Mälzerei in Regensburg. Da war die Stimmung einfach super. Es ist immer wieder toll, in der Heimat zu spielen. Das Schlechteste war auf einem Jugendfest, es hat geregnet, die Technik hat nicht funktioniert und es waren nur drei Leute da. Das war schon ein persönlicher Tiefpunkt.

ONETZ: Welche war deine Lieblings-Kooperation mit anderen Musikern?

Mosaik: Meine Lieblings-Kooperation war mit Areah. Er ist Produzent und ein sehr sturer Mensch. Wir haben uns oft in die Haare bekommen. Aber wir haben uns auch immer wieder zusammengerissen und am Ende hat es echt Spaß gemacht. Obwohl es hart war, hat es mir als Künstler am meisten gebracht.

ONETZ: Wie soll es musikalisch weitergehen?

Mosaik: In den nächsten Wochen werde ich mich wieder hinsetzen und neue Musik machen. Es soll komplett anders werden als die alten Alben, aber dieselbe Handschrift haben.

ONETZ: Machst du deine Videos selbst oder lässt du sie professionell gestalten?

Mosaik: Wir drehen die Videos teilweise selbst. Ich habe auch schon selbst geschnitten, obwohl ich mich Anfangs gar nicht damit auskannte. Wir waren in Kroatien, haben Videos gedreht und viel Geld dafür ausgegeben und am Ende habe ich den Schnitt versaut.

ONETZ: Den „Berufsweg Rapper“ hast du ausgeschlagen. Warum?

Mosaik: Im Endeffekt wäre da ein Traum in Erfüllung gegangen, der nie mein Traum war. Ich habe damals festgestellt, dass ich es nicht so sehr wollte, dass ich mein ganzes Leben dafür aufgeben würde. Es hat eben alles so gepasst, wie es war. „Never change a running system.“ Für mich war das Risiko einfach zu groß, dass ich am Ende ohne Kohle in Berlin sitze.

ONETZ: Kannst du von der Musik leben?

Mosaik: Nein. Es gibt Monate, da könnte ich die Miete damit zahlen, aber ein Urlaub wird es nicht. Es ist aber ein schöner Nebenverdienst, steht aber in keiner Relation zum Aufwand. Es ist eben eine brotlose Kunst.

ONETZ: Was ist dein Rat an alle, die gerne musikalisch durchstarten möchten?

Mosaik: Man muss sich gegen die Flut durchsetzen und motiviert seine eigene Nische suchen. Und man darf keine Hemmungen haben, schwierige Wege zu gehen.

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