22.02.2019 - 18:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Ich musste googeln, wo Weiden liegt"

Die Unterfränkin Stefanie Zühlke-Schmidt lebt in Trebsau und arbeitet seit mehr als zehn Jahren in Weiden. In unserer Rubrik "Zugroast" erzählt sie, dass sie manche Kollegen nicht versteht und was die Oberpfälzer verbessern könnten.

Sie stammt aus Unterfranken, lebt aber seit mehr als zehn Jahren in der Oberpfalz: Stefanie Zühlke-Schmidt gefällt es in ihrer neuen Heimat.
von Julian Trager Kontakt Profil

Stefanie Zühlke-Schmidt (58) stammt aus Karlstein am Main im Kreis Aschaffenburg und lebt seit 2008 in der Oberpfalz. Sie wohnt in Trebsau und ist Geschäftsführerin Einkauf bei der Witt-Gruppe in Weiden. Zudem ist sie Chorleiterin von „Singing Witt“. Sie erzählt, dass sie ihre Oberpfälzer Kollegen nicht versteht, ihre neue Heimat aber wie eine Löwin verteidigt. Sie findet jedoch: An ihrem Image könnten die Oberpfälzer noch arbeiten.

ONETZ: Der Oberpfälzer ist ein Grantler und Sturkopf. Stimmt’s?

Stefanie Zühlke-Schmidt: Stefanie Zühlke-Schmidt: Das kann ich so nicht bestätigen. Allerdings arbeiten die Oberpfälzer eifrig an diesem Image, was man ja auch an dieser Frage sehen kann. Liebe Oberpfälzer, einfach nicht mehr dieses Image selbst pflegen.

ONETZ: Mit welchen Vorurteilen und Erwartungen sind Sie in die Oberpfalz gekommen? Und wie lautet jetzt Ihr Fazit?

Als ich gefragt wurde, ob ich den Job in der Witt-Gruppe annehmen würde, habe ich erstmal gegoogelt, wo Weiden liegt. Ich hatte keine Vorurteile und meine Erwartungen waren zuerst, dass die Witt-Gruppe ein tolles Unternehmen sein wird. Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass dem wirklich so ist.

ONETZ: Spielen Sie oft mit dem Gedanken, in Ihre alte Heimat zurückzukehren? Wie oft fahren Sie tatsächlich zurück?

Ich fahre tatsächlich jedes zweite Wochenende mit meinem Mann zurück in meine Heimat. Meine 82-jährige Mutter lebt dort, und wir verbringen dann das Wochenende gemeinsam. Natürlich ist es eine Option, vielleicht zurück zu gehen – vor allem, da wir da noch unser Haus besitzen. Allerdings können wir uns auch vorstellen, in der schönen Oberpfalz zu bleiben.

ONETZ: Was erzählen Sie dort von Ihrer neuen Heimat? Was würden Sie Ihren Verwandten oder Freunden zuerst zeigen, wenn die zu Besuch in die Oberpfalz kommen?

Die meisten Menschen in meiner Heimat wissen nicht, wo Weiden liegt. Witt Weiden kennen sie aber fast alle. Ich merke, dass – wenn jemand etwas Negatives sagt – ich mich wie eine Löwin für die Oberpfalz einsetze und alle Vorteile und besonders die schöne Landschaft wie heiße Würstchen anpreise.

ONETZ: Verstehen Sie Ihre Oberpfälzer Kollegen, wenn Sie mit ihnen nach Feierabend ein Bier trinken?

Nein. Ich nehme aber immer wieder Nachhilfeunterricht bei Matthias Hofmeister, der mir auch beim Lernen der Steirischen immer gerne behilflich ist.

ONETZ: Fühlen Sie sich bereits als Oberpfälzer?

Die ersten Jahre habe ich immer gesagt, nach Hause ist im Landkreis Aschaffenburg. Seit einigen Jahren gibt es zwei Zuhause. Allerdings sieht es immer mehr so aus, dass die Oberpfalz dabei ist, unsere erste Heimat zu werden.

Alle Teile der Serie

Die Serie "Zugroast":

In der Kolumne "Zugroast" stellen wir jede Woche Menschen vor, die aus Hamburg, aus dem Ruhrpott oder aus Kasachstan in die Oberpfalz gezogen sind - und hier eine neue Heimat gefunden haben.

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