10.05.2020 - 17:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Muttertag in der Coronakrise

Mund- und Nasenschutz muss sein. Ein lieber Händedruck? Vielleicht. Sicherlich kein Küsschen. Die "Rückkehr" zu einem Stückchen Normalität in den Seniorenheimen zum Muttertag verlief in den meisten Fällen noch recht zaghaft.

Bitte Abstand halten: Muttertag im Seniorenhaus Naturparkland Waidhaus.
von Helmut KunzProfil

Die Angst, den anderen anzustecken oder sich selbst den Coronavirus einzufangen, ist besonders in den Seniorenheimen immer noch groß. Jeder Besucher ist eine potenzielle Gefahr - nicht nur für die besuchte Mutter oder Oma, sondern auch für Personal und das gesamte Haus. Verständlich, dass es den Verantwortlichen in den Einrichtungen lieber war, wenn sich die Angehörigen - trotz aller Wünsche nach Nähe zum Muttertag - mit ihren Besuchen zurückhielten.

Wer unbedingt - erstmals wieder nach langen Wochen bei den Seniorinnen "auf der Matte" stehen wollte, war herzlich willkommen. Allerdings musste streng darauf geachtet werden, dass alle Hygiene- und Schutzmaßnahmen eingehalten wurden - auch wenn es den ein oder anderen dann doch recht schwer fiel. Am Ende konnten sich viele Mütter und Oma über einen Kontakt zu den Kindern oder Enkeln freuen. Nach sechs Wochen war in den Weidener Seniorenheimen der Besuch wenigstens einer Person wieder erlaubt.

Nach sieben Wochen darf Heiko Eichholz seine Mutter Gisela wieder im Seniorenheim in Grafenwöhr besuchen. Für beide war die Trennung hart: Vor Corona war Heiko jeden zweiten Tag bei der 82-Jährigen. Umso glücklicher ist sie über den Besuch zum Muttertag und ihre Blumen. Heimleiterin Brigitte Adam und Pflegerin Michelle wachen über ihre Bewohner und freuen sich über die Besuche gleich mit.
Wolfgang Kirchberger (links) freut sich seine Mutter Martina im Altenheim St. Josef in Pressath wieder besuchen zu dürfen. Seit dem 13. März herrschte das Besuchsverbot, bitter, da Martina am 15. März ihren 94. Geburtstag feierte .Bei ihr klappt's mit dem Hören nicht mehr ganz so, deswegen wurde während des Besuchsverbots mit Briefen kommuniziert. Pfleger Luis und Betreuungskraft Martina freuen sich nun den Besuch zum Muttertag ermöglichen zu können.
Hilde Hasenkopf musste ihren 93. Geburtstag am 23. März im Altenheim Eschenbach ohne Familie feiern. Sie räumt ein, dass die lange Zeit hart war und schon hin und wieder stille Tränen geflossen sind. Ihr Sohn Rainer Föhringer ist stolz auf seine Mutter: "Sie hat's gut gemeistert." Auf den Geburtstag wurde nachträglich am Muttertag angestoßen. Für ihr Alter ist die Dame noch fit: Kontakt hielten sie über Telefon und sogar Video-Chat. Beide sind voll des Lobes für die Betreuer im BRK-Heim, die die Situation "top im Griff" haben.
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