17.04.2020 - 10:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nahe verwandt und doch verschieden: Schlehe und Kirsche

Wolfgang Winter ist beruflich wie privat viel in der Natur in und um Weiden unterwegs und engagiert sich beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). Für unsere Leser berichtet er über Fundstücke beim Spaziergang am Wegesrand.

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Adalbert Stifter war der Ansicht, die Blüten der Vogelkirsche seien „so weiß wie sonst gar nichts in der Welt, außer etwa der Schnee“.

In diesem Punkt ist ihm zu widersprechen: Derzeit sind an Waldrändern, Feldrainen, in Hecken und an Wegen landauf landab nicht nur die Blüten von Vogelkirschen als herrlich weiße Wohltat für die Augen zu sehen. Jetzt im April, gleichzeitig mit den Kirschen, blühen Heckensträucher ebenso schneeweiß: Schlehen, auch Schwarzdorn genannt werden nicht höher als zwei, drei Meter, wachsen dafür oft in langen Reihen; sie können sich über Wurzelableger ausbreiten, sofern sie nicht zurückgemäht werden.

Die Bäume dagegen, die gar nicht so selten als weiße Wolken in den noch unbelaubten Wäldern, an Waldrändern und in Feldgehölzen und Hecken ihre weiße Blütenpracht entfalten, sind Vogelkirschen, die über 20 Meter hoch werden können, und deren dunkles, rot schimmerndes Holz zur Möbelherstellung beliebt ist. So auffällig die Bäume zur Blütezeit die Landschaft schmücken, so unauffällig sind sie den Rest des Jahres zwischen anderen Laub- und Nadelbäumen.

Die auf große oder besonders süße Früchte gezüchteten Kultur-Kirschen stammen alle von der wilden Vogelkirsche ab, die, den hohen Norden ausgenommen, in ganz Europa vorkommt.

An Schlehen-Sträuchern, die zur selben botanischen Gattung „Prunus“ (Pflaume) gehören wie die Vogelkirsche, reifen im Herbst Früchte mit einem harten Kern, der von mehr oder weniger süßem Fruchtfleisch umgeben ist. Auch in diesem Punkt zeigt sich die nahe Verwandtschaft.

Die Blüten des Schwarzdorns sind allerdings etwas kleiner, filigraner als Kirschblüten und umfangen die ganze Länge des Zweiges. Kirschblüten sind zu kugeligen Ansammlungen an den Enden der Zweige geballt.

Um schon Weihnachten in den Genuss der Kirschblütenpracht zu kommen, wird am 4. Dezember ein Kirschzweig als „Barbara-Zweig“ in die warme Wohnung gestellt, der im Idealfall nach drei Wochen erblüht.

Im April aber ist es nicht nötig, sich auf einen Zweig zu beschränken: Oberpfälzer Landschaften bieten reichlichen Kirschblüten-Anblick, wie auf dem Bild, das eine Schlehen-Hecke bei Almesbach zeigt die ein Kirschbaum überragt.

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