03.09.2020 - 13:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Natur pur: Reptilien in der Nordoberpfalz

Es gibt Klassen des Tierreichs, die mit sehr vielen verschiedenen Arten auch in der Nord-Oberpfalz vorkommen. Das Artenspektrum der Reptilien dagegen ist sehr überschaubar.

Am Waldrand bei Tröglersricht entdeckte Wolfgang Winter diese Woche eine junge Ringelnatter (links) und eine erwachsene Blindschleiche (rechts), die traut beieinander lagen.
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Nicht einmal zehn verschiedene Arten von Kriechtieren können einem hier begegnen, weiß Wolfgang Winter. Von den vorkommenden Schlangen ist die Schlingnatter vermutlich die seltenste. Etwas häufiger zu sehen ist die Kreuzotter, die in der Region die einzige Vertreterin mit Giftdrüsen ist.

Die häufigste Schlange unserer Heimat ist die Ringelnatter, die an der silbergrauen bis dunkelgrauen Färbung und den auffälligen gelben halbmond-förmigen Flecken hinter dem Kopf gut zu erkennen ist. Mit bis zu knapp zwei Metern Länge ist sie auch das weitaus längste Kriechtier, das uns um Weiden begegnen kann.

Bei der Kurzarbeit liegt die Nordoberpfalz weit vorn

Weiden in der Oberpfalz

Neben diesen Schlangenarten kommen Eidechsen vor: Verbreitet ist die Wald-Eidechse, die in Wäldern, vor allem an deren Rändern, in Gärten und Mooren lebt. Seltener ist die Zaun-Eidechse, die Lebensräume mit sehr sonnigen Stellen, lockeren Boden zum Vergraben der Eier und reichlich Verstecke in Steinen oder Gestrüpp braucht.

Eine weitere und die häufigste Art ist die Blindschleiche, die – obwohl ohne Beine – nicht zu den Schlangen, sondern nach der zoologischen Systematik zu den Echsen gehört, und die nicht blind ist. Zu ihrem Namen ist sie vermutlich durch ihren außergewöhnlichen Glanz gelangt (althochdeutsch „plint“ = blendend, glänzend).

Blindschleichen sind an ihrem „stumpfen Ende“ und der kupfern glänzenden Haut gut zu erkennen. Sie besiedeln Wälder, wo sie oft auf besonnten Wegen schwerfällig kriechen und, sobald sie Gras oder Moos am Wegesrand erreicht haben, flitzeflink verschwinden. Blindschleichen werden kaum einen halben Meter lang. Sie ernähren sich hauptsächlich von Nacktschnecken und wären also ein willkommener Mitbewohner im Garten.

Alle Reptilien sind „wechselwarm“, das heißt, sie können Körperwärme nicht selbst erzeugen. Ihre Aktivität hängt von der Außentemperatur, also wärmender Umgebung oder Sonneneinstrahlung, ab.

An kühlen Herbsttagen sind deshalb wärmende Verstecke beliebt. So kann es vorkommen, dass man beim Umdrehen einer trockenen Wurzel eine Blindschleiche und eine kleine Ringelnatter nebeneinander antrifft.

Hintergrund:

Kenner von Flora und Fauna

Wolfgang Winter ist beruflich wie privat viel in der Natur in und um Weiden unterwegs und engagiert sich beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). Er berichtet von seinen Beobachtungen auf den Streifzügen.

 

 

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