31.10.2019 - 16:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Neuer Bezirksgeschäftsführer des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge stellt sich vor

"Uniformierte Mitbürger, die durch die Straße gehen und Geld sammeln, gehören durch die Nähe zu Grafenwöhr und die städtische Kaserne zum Stadtbild Weidens", erklärt Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Nun haben die Sammler einen neuen Chef.

Vorstellungsgespräch bei OB: Dario Vidojković vom Volksbund Kriegsgräberfürsorge. Seggewiß hält eine Sammeldose aus den Achtzigern aus dem Archiv des Rathauses.
von Redaktion ONETZProfil

Der neue Geschäftsführer des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge heißt Dario Vidojković. Der 1974 in Ingolstadt geborene Historiker bekleidet seit August 2019 sein Amt. Sein Büro befindet sich am Stobäusplatz in Regensburg, wo er selbst seit 20 Jahren lebt und promoviert hat. Nun war er zum Antrittsbesuch bei Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Dario Vidojković betont, dass der Volksbund auch 74 Jahre nach Kriegsende und 100 Jahre nach seiner Gründung immer noch wichtige Arbeit leiste: "'Wer an Europa zweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen', sagte einst der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker. Ich sehe das genauso", betont der ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni Regensburg. "Das macht unsere Arbeit so wichtig wie direkt nach den Kriegen."

Die Arbeit des Volksbunds

Die Arbeit des Volksbunds gliedere sich in drei Säulen: Die erste ist die Aufspürung und Einbettung Gefallener. Hierbei agiert der Volksbund vornehmlich im Ausland, da für innerdeutsche Fundstätten der Bund verantwortlich ist. Der zweite Schwerpunkt ist die Unterhaltung der Gräber. Insgesamt unterhält der Volksbund 832 Stätten in 46 Ländern.

Die dritte Säule ist die Jugendarbeit. "Wir sind die einzige Kriegsgräberfürsorgeeinrichtung Europas, die ihre eigene Jugendarbeit betreibt. Wir bieten jährlich mehrere Jugendlager in Zusammenarbeit mit europäischen Partnervereinen an", informiert Vidojković. "Das Konzept dahinter ist, dass man durch das gemeinsame Pflegen von Gräbern mit dem ehemaligen 'Feind' enger zusammenkommt. Aber natürlich gibt es auf diesen Jugendfreizeiten auch Geschichtskurse und gemeinsame Freizeit."

"Traditionell sehr gute Sammelergebnisse"

Finanziert wird all das durch 30 Prozent Geld des Bundes, und zu 70 Prozent aus Spenden. "In Weiden haben wir traditionell sehr gute Sammelergebnisse", stellt Oberbürgermeister Kurt Seggewiß fest. "Ich erkläre mir das durch die Nähe zu den Soldaten, die jeder Weidener erlebt. Ich denke fast keiner hat hier Vorurteile oder Abneigung gegen die uniformierten Mitbürger." Seggewiß, der selbst Kreisverbandsvorsitzender des Volksbundes für Weiden ist, freut sich auf die Zusammenarbeit.

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