18.09.2019 - 16:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Neuer Wald hochwertiger

Endspurt für die Planungen von Weiden-West IV. Dazu gehört auch die Schaffung von Ausgleichsflächen für das zu rodende Waldstück. "Wir haben jetzt alle beieinander", freute sich Kämmerin Cornelia Taubmann bei einem Ortstermin am Dienstag.

Aufforstungen werden schneller zu Wald als viele meinen. Wolfgang Winter, Leiter der Forstabteilung (von rechts), erläuterte Baudezernent Oliver Seidel, Kämmerin Cornelia Taubmann und Wirtschaftsförderer Nicolas Lahovnik die Entwicklung auf Grundstücken im Bereich des Wasserwerks. Ackerland, dahinter etwa achtjähriger Bestand und dahinter wiederum 13-jährige Bäume (Linden Eichen, etwas Tanne), die bereits als Wald gelten.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Der Leiter der Forstabteilung, Wolfgang Winter, hatte neben Taubmann auch Baudezernent Oliver Seidel und Wirtschaftsförderer Nicolas Lahovnik sowie die Medien eingeladen, um in einem Gebiet südwestlich des Wasserwerks die Entwicklung von Aufforstungsflächen vor Ort in Augenschein zu nehmen. Dabei stellten sie fest, dass nach acht Jahren von einem Wald noch nicht die Rede sein könne. Es dominieren große Büsche. Doch schon in den nächsten fünf Jahren ging die Entwicklung rasant weiter. 13 Jahre brauchte es insgesamt und schon hat man einen geschlossenen Wald vor Augen. Und der sei, wie Taubmann betonte, wertvoller als der Fichtenwald, der für das neue Gewerbegebiet geschlagen werden müsse. Bei der Aufforstung setze man auf Linde, Eiche, etwas Tanne und einheimische Sträucher, teilte Winter mit.

Im Weidener Westen müssen knapp 70 Hektar Wald gerodet werden. 60 Prozent, so fordert das Ausgleichsverfahren, sind wieder aufzuforsten. Das macht etwa 41 Hektar aus. Fündig geworden ist Förster Winter, abgesehen von 1,25 Hektar im Fränkischen, vorwiegend in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt sowie im Stadtgebiet Weiden. Die größte Hilfe dabei waren ihm die Kleinanzeigen in der NT-Wochenendausgabe. Und noch ein paar Zahlen. Von den 70 Hektar Bearbeitungsfläche werden 49 Hektar bebaut. "Eine effizienten Quote mit wenig Flächenverbrauch, stellte Wirtschaftsförderer Lahovnik fest.

Die Verwaltung sieht sich beim Zieleinlauf. Noch im November wird dem Bauausschuss der Entwurf des Flächennutzungsplans zur Billigung vorgelegt. Danach kommt es zur zweiten Auslegung. In der ersten Jahreshälfte 2020 folgt der Bebauungsplan. Zum Ende des Jahres soll er Rechtskraft und Rechtssicherheit erlangen. Dann kann mit Erschließungsmaßnahmen begonnen werden.

Einige Firmen, die sich in Weiden vergrößern wollen, warten schon sehnsüchtig darauf. Anderen, die weniger Geduld haben, muss der Wirtschaftsförderer absagen. Unterm Strich bleiben genügend Unternehmen, die entgegen manchen Gerüchten zahlreiche Arbeitsplätze schaffen wollen und auch gut Gewerbesteuer zahlen werden. Und zwar in Weiden. Ganz aktuell nannte Lahovnik eines der am rasantest wachsenden Unternehmen der Region, die BAM GmbH (Marco Bauer), die wieder nach Weiden zurückkehrt, nachdem das letzte freie Grundstück am Brandweiher freigeschaufelt werden konnte ("der neue Tag" berichtete).

Angesichts eines Aktionsbündnisses für Klimaschutz, das am Mittwochabend gegründet werden sollte, geht auch die Verwaltung in die Offensive. Die Kämmerin betonte, dass man nicht den Gegnern den Platz überlassen dürfe. "Wir haben gute und sachliche Argumente." Und das Thema Wiederaufforstung sei nur eines von vielen.

NT hilft bei Wiederaufforstung:

Beim künftigen Gewerbegebiet West IV müssen 68 Hektar Wald gerodet werden. Das Ausgleichsverfahren sieht sieht vor, dass 60 Prozent der Fläche, also etwa 41 Hektar, an anderen Stellen wieder aufgeforstet werden müssen. Das entspricht knapp 60 Fußballfeldern. Wie hat Wolfgang Winter, Leiter der städtischen Forstabteilung, diese großen Flächen gefunden? Besonders hilfreich war ihm die NT-Samstagsausgabe. Bei den Kleinanzeigen stieß er fast immer auf gute Angebote. (vok)

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Kommentare

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Johannes Schneider

Nun gut der neue Wald wird hochwertiger die Bäume werden größer und wenn alles wie geplant abläuft wachsen die Bäume bis in den Himmel.

In Weiden gibt es laut manchen NT Autoren vom Fach auch ohne zusätzliches Gewerbegebiet Weiden – West – Neu schon einen erheblichen und umfassenden Fachkräftemangel, wer bildet dann hunderte Fachkräfte für die Betriebe im zusätzliches Gewerbegebiet Weiden – West – Neu innerhalb kürzester Zeit aus? Vom Himmel – in dem der neue hochwertige Wald wächst - fallen diese Gewiss nicht.

Der Klimawandel ist für jeden spürbar, dennoch möchte die Verantwortlichen in Weiden viele Hektar ausgewachsen Wald abholzen, Auswirkungen auf das regionale Klima – Frischluftzufuhr für die Stadt Weiden - sind nicht auszuschließen.

Allerdings gibt es den bekannten Zweisatz der Argumentation.

Gegnern der Rodung des Waldes in Weiden West wird jetzt vorgehalten der neue Wald – also irgendwo - wird hochwertiger und ist für das Klima besser als der bestehende in Weiden West.

Wenn der neue Wald dann doch nicht so wächst als erwartet (13 Jahre brauchte es insgesamt und schon hat man einen geschlossenen Wald vor Augen.) Na ja dann eher doch ein junges Wäldchen als der aufgewachsene Wald der jetzt in Weiden West besteht. Ach ja der NT will ja auch Bäumchen pflanzen „Greenwashing“ Aber wenn dann durch Dürre, Windbruch, Rauben oder Käfer-befall …. der neue Wald doch nicht so toll so hochwertig und schnell wächst wie heute geplant, dann bleibt ja immer noch der Hinweis „ das wenn man vom Rathaus kommt immer schlauer ist als zuvor“ der Wald in Weiden- West sei nun einmal weg. Und wer alles nur negativ sieht der verpasst die wirtschaftliche Zukunft der Stadt. Den Klimawandel kann eine Kommune so und so nicht aufhalten. Also weiter so.... bis der letzte Baum gefällt ist.

„Vieles ist töricht an eurer Zivilisation. Wie Verrückte lauft ihr weißen Menschen dem Geld nach, bis ihr so viel habt, daß ihr gar nicht lang genug leben könnt, um es auszugeben. Ihr plündert die Wälder, den Boden, ihr verschwendet die natürlichen Brennstoffe, als käme nach euch keine Generation mehr, die all dies ebenfalls braucht.“

Tatanga Mani, in: Weisheit der Indianer- Vom Leben im Einklang mit der Natur

Gute Nacht Weiden

20.09.2019