23.11.2018 - 10:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Neugierig auf Europa

Offene Grenzen fördern die Freundschaften fremder Völker. Mit Erfolg pflegen das Elly-Heuss-Gymnasium Weiden und das Gymnasium Tachov in Tschechien seit zehn Jahren ihre Schulpartnerschaft.

27 Schüler vom Gymnasium Tachov sind für zwei Tage am Elly-Heuss-Gymnasium in Weiden zu Gast.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

27 Mädchen und Jungen aus Tachov (Tachau) waren für zwei Tage Gäste der 9. Klassen am Elly-Heuss-Gymnasium und vertieften unter anderem ihre Sprachkenntnisse im Unterricht und bei Ausflügen. Wichtig war vor allem das gegenseitige Kennenlernen und das Verständnis für die jeweilige Kultur des anderen Landes. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß wünschte sich, dass die "jungen Menschen den europäischen Gedanken weitertragen und Freundschaften schließen". Bei einem Empfang im Alten Schulhaus hieß er die Gäste willkommen und betonte in einem kleinen geschichtlichen Rückblick, wie wichtig heute eine gute Nachbarschaft sei. Viele Tachauer hätten nach der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg Zuflucht in Weiden gefunden und seien geblieben. Es gebe nicht wenige Weidener mit böhmischen Wurzeln.

"Jenseits der Grenzen wohnen sehr, sehr nette Menschen", sagte Schulleiter Reinhard Hauer vom Elly-Heuss-Gymnasium. Er freue sich, dass der Schüleraustausch seit zehn Jahren funktioniert. Er helfe, Hemmungen oder Vorurteile abzubauen und forciere die Begegnung. Hauer dankte den Lehrkräften und den Gastfamilien für ihren unermüdlichen Einsatz. Auch seine tschechische Kollegin Irina Volkovinska, Schulleiterin am Gymnasium in Tachov, begrüßte es, dass dieser Austausch im Kleinen dazu beitrage, dass die Menschen im Grenzgebiet zusammenkommen. Bei den Jugendlichen fördere es das europäische Bürgerbewusstsein. Der Schüleraustausch gebe Impulse und werde weitergeführt.

Hauptorganisator Ralph Conrad vom "Elly" zeigte auf, was aus solchen Begegnungen entstehen könne. "Wir haben zum Beispiel über das tschechische Gymnasium unsere englische Partnerschule in Birmingham kennengelernt." Aus weiteren "europäischen Gehversuchen" seien dann im Zuge von Comenius-Schulpartnerschaften Kontakte mit Schulen in Dänemark, den Niederlanden, Norwegen, Italien, der Türkei und Spanien entstanden. Der Geschichtslehrer dankte allen Unterstützern und Schülern, die sich immer wieder auf das Wagnis neuer Bekanntschaften einlassen. Er wünsche sich für die Zukunft ein friedliches, offenes Europa mit ganz viel Neugierde auf den Nachbarn.

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