27.11.2018 - 09:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

NOC-Eröffnung hängt an der Fassade

Der Eröffnungstermin am 14. März ist noch nicht aufgegeben. "Wir kämpfen. Alles hängt derzeit an der Fassade", gesteht Philipp Hlousek, Projektbetreuer des Nordoberpfalz-Centers (NOC). Aber die Zeit wird sehr knapp.

Die Haltepunkte für die Fassadenverkleidung werden am Montagvormittag per Laser eingemessen. An den Keramikstelen hängt der weitere Baufortschritt.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Im Inneren der künftigen Stadtgalerie "toben die Handwerker", berichtet Hlousek auf Anfrage und versichert: "Wir geben alles, um den Zeitplan einhalten zu können." In Weiden gibt es inzwischen an jeder Ecke ernste Zweifel, dass dies gelingt. Zu groß sind die Verzögerungen, die bereits mehrmals dazu führten, dass der Eröffnungstermin verschoben werden musste. Steht nun das große Opening am 14. März 2019 im Feuer?

Nur noch die größten Optimisten rechnen mit dem zuletzt angekündigten Eröffnungstermin. Allein die Mieter bräuchten viel mehr Zeit, um ihre Läden auszubauen und einzurichten. "Wir sehen uns nicht in der Pflicht, auf diese Mutmaßungen einzugehen", stellt Hlousek fest. Die Verträge mit den Mietern seien "ausreichend flexibel gestaltet und wie üblich mit gewissen Zeitfenstern" versehen. "Wir gehen Schritt für Schritt. Das Ziel ist klar."

"Kritische Vorfreude"

Fondara freue sich über das große Interesse, mit dem der Baufortschritt beobachtet und kommentiert werde. "Aber, wir lassen uns nicht von anderen treiben." Die "kritische Vorfreude" zeige, welche Bedeutung dem Nordoberpfalz-Center für die Entwicklung der Stadt zugeschrieben werde. "Wir bringen Kundenfrequenz zurück nach Weiden. Gerade die Innenstadt wird davon profitieren. Wir hoffen, dass sich viele ein Herz fassen und mutig Geschäfte in den Leerständen eröffnen, etwa in den Seitengassen der Altstadt."

Zugleich bemerke Fondara neues Interesse von Mietern "aus der Region und speziell aus Weiden", die ihr Chancen stehen, wenn sie als qualifizierter Einzelhandel ins Nordoberpfalz-Center einziehen. "Je konkreter das Bild vom Center, umso mehr tut sich." Sehr erfreulich sei auch, dass etwa in der Max-Reger-Straße oder auch in der Ringstraße erkannt werde, dass eine Aufwertung nötig sei. "Von jeder Investition profitiert der ganze Einzelhandelsstandort."

Hlousek zeigt sich vorsichtig optimistisch. Alles hänge nun eben an den Fassaden. Hier gebe es gravierende Umplanungen in der Statik. Die aufwendig gestalteten Keramikstelen sind wesentlich schwerer als zunächst angenommen. Per Laser wurden am Montag die Punkte für die Halterungen eingemessen.

Gesprächsbedarf

Ohne Stelen können keine Fenster eingebaut werden. "Das alles hängt baulich zusammen. Da wartet das eine auf das andere", räumt der Projektbetreuer ein. "Wir müssen uns überlegen, wie wir das alles rechtzeitig hinbekommen." Es sei ja wohl ein Unding, das Haus zu öffnen, die Stelen einzubauen "und da laufen dann die Kunden unten durch".

Hlousek bestätigt, dass es zwischen Fondara und dem beauftragten Generalübernehmer starken Besprechungsbedarf wegen der wiederholten Verzögerungen gebe. "Wir sind nicht vor Gericht." Aber es gebe Termine, die einzuhalten sind. "Es gilt zu klären, wo die Ursachen für die Verschiebungen liegen. Das Lustigste war, als plötzlich ein ganzer Bautrupp tagelang verschwunden blieb."

Kommentar:

Nur Geduld

Reicht die Zeit? Nur noch gut vier Monate bis zum Opening am 14. März. Es will nicht gelingen, die Fragezeichen hinter dem Eröffnungstermin des Nordoberpfalz-Centers zu löschen. Sie wachsen vielmehr. Die Köche in Weidens Gerüchteküche sind sich einig: Zu ehrgeizig das Ziel, zumal ständig Stolpersteine auftauchen.
In ihrer „kritischen Begleitung des Projekts“ fragen die Weidener, ob der bauliche Verzug dem Investor vielleicht sogar gelegen kommt, ihm Zeit verschafft. Konnte er genügend Mieter fürs Center finden, dessen Konzept im Handel angesichts von E-Commerce und Co generell als überaltert gilt?
Ein Blick hinter die Fassade zeigt Erstaunliches. Wenngleich von außen unbemerkt – was ja wiederum Anlass für manche Mutmaßung ist – wird fleißig gebaut. Ins Parkdeck könnte man einfahren. Allerdings ist der Weg zur Übergabe und zum Bezug des NOC sehr weit: Innenaus- und Ladenbauer haben Hochkonjunktur und sind kaum zu finden: Das nächste Problem im NOC, das aber die Mieter lösen müssen. Sie brauchen Geduld – wie ihre Kunden.

Josef Johann Wieder

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