08.08.2019 - 13:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Notte Italiana im Regen

Wenn etwas immer wieder kommt, wird oft Kult daraus. Die Italienische Nacht als Abschluss der Serenadensaison ist dazu auf dem besten Weg. Und das trotz miesen Wetters.

von Autor gagProfil

Freudig begrüßte Jens Meyer in Vertretung des erst später hinzu gekommenen Oberbürgermeisters das Serenadenpublikum, das trotz Regens sehr zahlreich erschienen war. Ausgerüstet mit Schirmen und Regenjacken. Zusätzlich hatte die Stadt kleine Pavillons aufstellen lassen, unter denen man trocken sitzen konnte. Mit "Danke, danke, dass Sie den Serenaden treu bleiben! Nun feiern wir gemeinsam ein Festa sui prati!" gab Meyer die Bühne frei für die "Dolci Signori".

Und tatsächlich, es war fast wie immer. Kaum hatten die "Süßen Herren" Rocky Verardo, Gianni Carrera, Ricardo Belli, Uli Rossi, Bernardo Meyer und Michele Foresta die Bühne betreten und "Ciao, ciao Domenica" und "Azzurro" angestimmt, kamen auch schon die ersten Tänzer. Mit Regenschirmen und Gummistiefeln, aber top gelaunt. "Lasciatemi cantare" von Toto Cotugno und viele Hits von Zucchero oder Lucio Dalla verbreiteten schnell Italo-Feeling. Zwischendurch feuerten die Bandmitglieder ihr Publikum noch an, dass sie mitklatschen und -singen sollen, was diese nur zu gern taten. "Was wäre die Welt ohne Frauen? Schrecklich!" beteuerte Rocky Verardo und stimmte "Senza una Donna" an. "Unser Eros Ramazzotti aus Schnaittenbach" stellte ihn sein Bandkollege scherzend vor. Und Rockys Stimme erinnert wirklich an die bekannten Italo-Größen. "Se bastasse una bella canzone" sangen die Fans mit – soweit ihre Italienisch-Kenntnisse es zuließen.

Mit einem Sprung in die 70er Jahre präsentierten die Dolci Signori Hits von Al Bano und Romina Power, sangen von "Felicita" und lockten noch mehr Tänzer vor die Bühne. "Proppenvoll" könnte man das fast nennen. Und – oh Wunder: Nach etwa 90 Minuten hörte der Regen auf! Wahrscheinlich konnte er sich der vielen "Sole" und Amore" nicht widersetzen. Endlich tanzen ohne Schirm!

Gefühlvolle Balladen, wie "Tornero" oder "Sharazan", dazu Wein, Bier und italienische Pasta – das Fest war perfekt. "Ihr seid einmalig!" freute sich Gianni Carrera und mit ihm die Band. "Bei diesem Wetter so zahlreich – das haben wir bisher nur in Berlin erlebt!"

Gut gelaunt stieg gegen Ende Oberbürgermeister Kurt Seggewiß auf die Bühne, dankte nochmals allen, die sich so viel Mühe gegen hatten, auch allen, die trotz des Wetters gekommen waren. "Heute überziehen wir noch eine halbe Stunde, und für die nächsten 10 Jahre seid ihr schon gebucht!" setzte er lachend hinzu. Und erzählte zum nächsten Lied, "Bella Ciao", die Hintergrundgeschichte, die alle berührte: "Die Italiener haben den Deutschen damals geholfen gegen Nazi-Deutschland. Die italienischen Partisanen zogen in den Krieg für die Freiheit. Und einer dieser Partisanen hat dieses Lied für seine Liebste gemacht: Wenn ich sterbe, begrabe mich hier und lege eine Blume darauf". Die "fiore del partigiano, morto per la liberta". Laut sang das Publikum mit.

"Dove c'è musica", "Gloria" und zum Schluss das "Nessun dorma" von Luciano Pavarotti aus dem hell erleuchteten Pavillon beendeten diese wieder unvergessliche Italienische Nacht.

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